Silverice Wolves

Wir sind ein Wolfs-RPG.

Kapitel I – Einsame Seelen

beendete Rollenspielkapitel

Kapitel I – Einsame Seelen » 01.04.2011, 20:51

Kapitel I – Einsame Seelen


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Der Himmel war noch von einem tiefen Schwarz, als die Welt wieder erwachte und die ersten Stimmen anfingen, den Morgen zu begrüßen. Erst vereinzelt, aber immer lauter, wurde das Singen der Vögel. Die Geschöpfe der Nacht zogen sich zurück und der Morgen erwachte.

Die aufgehende Sonne breitete ihr Licht über eine beeindruckende und gleichzeitig fremdartige Landschaft. Für die Menschen wäre diese Gegend bereits unwirklich, aber für die Tiere, blühte das Leben. Die ersten Strahlen erreichten die Kuppen der flachen Hügel und ließ die Tautropfen auf den wogenden Grashalmen verschwinden. In den Wipfeln der Bäume ließ der Wind Blätter rascheln und zauste den erwachenden Vögeln in den Lüften die Federn. In den Tälern, zwischen Baumgruppen und Unterholz, standen die Behausungen der Menschen, die jetzt zum Reich für Tier und Pflanze geworden sind. Langsam, aber stetig werden auch sie beleuchtet und die Sonne zeigt die neue Pracht, die im Dämmerlicht noch verborgen geblieben war. Blumen und Ranken kletterten an den Wänden und Pfählen empor und bildeten einen bunten Mantel um die verfallenen Bauten.

Man war dabei, sich in dieser neuen Schönheit zu verlieren, bis ein langgezogenes Heulen die Stille durchbrach und die Aufmerksamkeit aller Lebewesen auf sich zog. Ein schauriges Lied zog sich über das Niemandsland und hielt alle gebannt, bis es plötzlich erstarb und niemand mehr genau sagen konnte, ob es wirklich existent war oder die Einbildung den lebenden Geschöpfen einen Streich gespielt hatte.
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 01.04.2011, 20:59

Tiefe Gräben zogen sich durch die ehemaligen Straßen. Bäume wuchsen auf den Wegen, den Häusern und Gärten und überall wogte hohes Gras im Wind des Frühsommers. Dieser Morgen war warm und ließ schon die Hitze der kommenden Jahreszeit erahnen. Die Natur hatte sich dieses Territorium so schnell zurück erobert, wie es ihr einstmals genommen wurde und nicht mehr viel ließ die Wölfe daran denken, dass hier, vor nicht allzu langer Zeit, Menschen gelebt hatten.

Auf einer Anhöhe, einem guten Aussichtspunkt, standen zwei Wölfe und blickten auf die ehemaligen Bauten der Zweibeiner, die zu ihrer Rechten standen. Sie konnten von dort weit blicken. Über die ausgestreckten Wälder, in denen immer mal wieder zerfallene, kleine Siedlungen zu sehen waren und weite Wiesen, durch die sich Flüsse und Bäche schlängelten. Die erwachsene Wölfin schloss verträumt die Augen, als eine große Wolke am Himmel weiter zog und die Sonne wieder frei gab. Einige Momente vergingen, bis der kleine, schwarze Wolf ungeduldig wurde und leise zu winseln anfing. Mit einem belustigten Seufzer öffnete Tala wieder die Augen und stupste den Welpen liebevoll mit der Schnauze an. Alazan, so hieß der Kleine, war nicht ihr eigenes Junges, aber Tala hatte ihn trotzdem aufgenommen und seit dem waren die beiden ein gutes Team und zogen zusammen umher. Der Welpe brauchte noch jemanden, der für ihn jagen würde und ihm Schutz gewährte und auch Tala hatte ihren Nutzen aus dieser Gemeinschaft. Sie war nicht mehr allein.

Schon viel Zeit war vergangen, seit sich Tala, die weiße Wölfin, von ihrem alten Rudel abgewandt hatte und insgeheim hatte sie die Gesellschaft vermisst. Jemanden mit dem sie einfach nur reden konnte und der ihr zuhörte und jemanden, dem ihre Vergangenheit egal war. Vom ihrem Geburtsrudel wurde Tala nie akzeptiert, aber diesem Welpen war egal, wie rein ihr Blut war, oder wer ihre Eltern waren. Sie bot ihm Sicherheit und eine Familie. Deswegen war er mit ihr gekommen.

Ihr Weg hatte sie durch die unterschiedlichsten Gegenden geführt und schließlich zu diesem Ort gebracht. Die kleinere Niederlassung auf ihrer rechten Seite, kümmerte die Wölfe nicht weiter und bekam nicht mehr als einen abschätzenden Blick der Jäger. Vor ihnen breitete sich eine Wiese mit Angrenzung an ein Waldstück aus und in der Ferne konnte Tala eine größere Siedlung erkennen und ihre natürliche Vorsicht ausblendend, war sie neugierig auf das, was sie dort vielleicht erwarten würde.

Wie fändest du die Idee, wenn wir uns die Gegend da drüben ein bisschen genauer anschauen? Irgendwas sagt mir, dass es da vielleicht interessant werden könnte.

Tala nickte zu der Siedlung in der Ferne und bedachte den jungen Wolf mit einem abwartenden Blick. Sie konnte schon denken, dass bei dem Wort ›interessant‹ schon seine Aufmerksamkeit geweckt wurde. Es war wie eine Ahnung, die sie dorthin zog, ein aufkeimender Funke in ihr, der sie nicht mehr los lies. Ihre Zukunft hatte in diesem Moment begonnen und nicht mal die kluge Wölfin konnte im Augenblick ahnen, was diese für sie bereit hielt.

[Tala | mit Alazan | sieht eine Siedlung in der Ferne und schlägt vor, dort hin zu gehen]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 01.04.2011, 23:26

Ein Schatten schoss durch das Unterholz, dicht gefolgt von einem Kleinerem.

Mit großen, schnellen Schritten preschte der Rüde durch den Wald und wich geschickt den Bäumen aus, ohne sein Tempo zu verringern. Er spürte die Atemzüge der Fähe hinter sich, die ihm hinterherjagte. Beide hatten das selbe Ziel – das junge Rehkitz auf seinen dünnen Beinchen vor ihnen rannte wahrscheinlich gerade die letzten Sekunden seines kurzen Lebens vor jemandem weg. Allein der Geruch ließ den Rüden so das Wasser im Mund zusammenlaufen, dass er alles um sich herum vergaß und noch einen Zahn zulegte.

Fast lautlos rannten die beiden Gestalten über den Waldboden, ihre Bewegungen schienen abgestimmt, als würden sie nie etwas anderes tun, als miteinander zu jagen. Eine stumme Entscheidung untereinander, und die Fähe schnitt dem Tier den Weg ab. Ein Sprung, ein Biss, und der Rüde stürzte mit dem Kitz zu Boden.

Knurrend hielt Keanu den Hals seiner Beute mit den Zähnen umschlossen, während er seiner Gefährtin Lune einen triumphierenden Blick zuwarf. Er ließ ihre Beute vor der Fähe fallen und vergrub seine Schnauze gleich in dem noch warmen Fleisch.

Nachdem er gesättigt war, legte sich der Rüde etwas abseits unter einen Baum und leckte sich zufrieden über seine mit Blut verschmierte Schnauze. Sein Kopf sank auf seine Pfoten, während er mit gespitzten Ohren seine Umgebung genauer erkundete. Der Wald war hier genauso tief und dunkel wie an den Stellen, an denen sie die Tage zuvor Rast gemacht hatten. Kaum ein Lichtstrahl drang durch die dichten, grünen Baumkronen und auch hier reckten sich die Bäume wie Riesen gen Himmel. Moos und Sträucher bedeckten den Waldboden und ganz in der Nähe hörte Keanu das Plätschern eines kleines Baches. Sonst lag eine gespenstische Stille über dem Wald, die allerdings täuschte. Der Wald wimmelte von Leben – Greif- und Singvögel, Hirsche, Rehe, Füchse, alle fanden hier ihr Zuhause. Selbst im Unterholz tummelten sich tausende von Insekten. Es war, als versuchte der Wald seine Schützlinge durch diese Stille zu schützen.

Keanu gähnte ausgiebig, streckte seine von der Jagd erschöpften Glieder und trottete schließlich zu Lune, die sich immer noch an dem Rehkitz bediente. In den letzten Tagen waren die beiden mit wenig Worten ausgekommen. Sie kommunizierten hauptsächlich durch ihre Körpersprache – vielleicht hatte auch die Stille des Waldes auf sie abgefärbt. Keanu beschloss, das zu ändern.

Möchtest du mitkommen?

Nach der anstrengend Jagd und dem ausgiebigen Frühstück plagte den Rüden der Durst. Hechelnd spielte er mit den Ohren und deutete in die ungefähre Richtung des Baches, aber Lune hatte bestimmt bereits selbst das verführerische Plätschern gehört.

[Keanu | im Wald vor Pann Ennor | erlegt mit Lune ein Rehkitz]

Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 02.04.2011, 00:55

Es war noch früh am Morgen als die beiden Gestalten durch den großen Wald jagten. Die Sonne warf lediglich mildes Licht auf das Gestrüpp und die Bäume, die große Schatten zogen. Es war noch diese angenehme Ruhe vorzufinden, wie es Morgens oft war. Nur das leise Gezwitscher der Vögel war bei genauerem hinhören zu vernehmen, sonst herrschte völlige Stille. Selbst die Hetzjagd verlief relativ still – das Geräusch der Pfoten, die auf den Boden trommelten, wurden durch den Waldboden und durch das Moos gedämpft. Die beiden Wölfe waren schnell – das Rehkitz hatte keine Chance. Doch es hieß eben fressen oder gefressen werden. Dies war wohl eine Urregel, die in der Welt vorherrschte. Und die Tiere folgten nur ihren Instinkten, stillten ihre Bedürfnisse die ganz normal für sie waren. Die Augen des Rehkitzes waren weit aufgerissen und man sah den Schock in ihnen. Es versuchte armselig zu entkommen, doch wahrscheinlich wusste es, dass der Tod bereits an der Tür klopfte und es zu sich rief. Alles hatte einmal ein Ende, jedes Leben würde beendet werden. Früher oder Später würden sie alle sterben, ob nun getötet oder unter normalen Umständen. Der Fang der Fähe war geöffnet, damit sie besser atmen konnte. Scharf sog sie die kühle, frische Morgenluft ein. Lune folgte dicht ihrem Gefährten, berührte ihn fast an seinem Hinterlauf, ehe auch sie ihr Tempo erhöhte. Ihr Herz schien einen Marathon zu laufen – genauso wie sie es gerade tat. Es schien wie ein Wettrennen der beiden Wölfe zu sein, doch die beiden wussten, was sie zu tun hatten. Durch kleine Bewegungen, oder durch einen Blick verständigten sie sich. Mit der Zeit hatten sie sich gut kennengelernt, wussten ungefähr was der Andere meinte oder dachte. Dies erwies sich als äußerst praktisch, auch wenn die Tage dadurch oft sehr ruhig vonstatten gingen.

Die blauen Augen der Fähe fokussierten das kleine Kitz, sie genoss den Geruch, der von ihrer Beute ausging. Es würde eine Wohltat sein, mal wieder etwas zwischen die Kiefer zu bekommen. Und Lune würde es bestimmt nicht schaden. Ihre gar schmächtige Figur war nicht zu übersehen, und doch hatte sie so eine starke Ausstrahlung, dass dies leicht zu übersehen war. Der Blick der Fähe huschte zu Keanu, der ihr ein Zeichen gab. Es war nun so weit, sie sollte dem Kitz den Weg abschneiden, damit er es zu Boden reißen konnte. Sie würde dies schlecht schaffen – ihr leichtes Gewicht war durchaus unvorteilhaft. Erneut versuchte die Fähe nun noch schneller zu werden, ihre Schritte, ja gar Sprünge, wurden immer größer und größer, ehe sie die Beute in die Falle lockte. Es war ein so einfaches Spiel und anscheinend perfekt für die beiden geeignet. Sie waren ein gutes Team, schienen bereits eingespielt zu sein. Und Keanu machte seine Arbeit mal wieder großartig. Was für ein Glück für Lune, dass sie ihn hatte, und das nicht nur zur Jagd. In seiner Gegenwart fühlte sie sich einfach viel sicherer, außerdem hatte sie eine Abneigung gegen Einsamkeit.

Schließlich war die Jagd abgeschlossen. Das Herz der Fähe beruhigte sich langsam und sie warf einen Blick zu Keanu. Ja, das war ihr bester Freund Keanu mit seinem triumphierenden Blick. Wäre Lune ein Mensch, so hätte sie jetzt bestimmt gelächelt. Langsam schritt die Fähe nun näher an den braunen Rüden heran und auch an die Beute. Geduldig wartete sie ab bis Keanu seinen ersten Bissen getan hatte, ehe auch sie zugriff. Die Zähne der Fähe bohrten sich tief in das Fleisch. Mit einer schnellen Bewegung riss sie sich ein Stück ab und verschlang es. Es war ein gutes Gefühl, mal wieder etwas im Magen zu haben. Immerhin hatte man nicht immer das Glück auf Beute zu treffen. Keanu schien sich bereits satt gefressen zu haben, denn er legte sich hin und schien die Umgebung genau zu mustern. Erneut huschte der Blick Lunes zu ihm, ehe sie weiter fraß. Mit der Zeit schien das Licht der Sonne etwas heller zu werden und sie stieg auch immer höher an den Horizont, doch in das tiefe Geäst drang das Licht nur schwer. Nur einzelne Lichter tanzten am Boden. Und noch immer herrschte diese Stille auf dem großen Wald. Kaum hatte Lune diesen Gedanken erfasst, brach die Stimme ihres Gefährten die Ruhe. Sie wand ihren Kopf zu ihm und beobachtete seine Ohren, ehe sie ihm schließlich antwortete, als sie die genaue Bedeutung seines Satzes erfasst hatte.

Gerne. Eine Erfrischung wird uns beiden gut tun.

Ja, auch sie hatte das Plätschern des Wassers vernommen. Es konnte nicht weit weg sein, nur ein paar Minuten vielleicht. Die Zunge der Fähe fuhr einmal über ihre rot gefärbten Lefzen, ehe sie sich in die Richtung des Geräusches drehte und langsam los schritt. Dabei bewegte sich ihre Rute ständig – fast wie ein Spielzeug. Wäre eine Katze ohne Angst vor Wölfen und Fremden in der Nähe, so würde diese wohl versuchen die Rute zu fangen. Kurz sah Lune erneut zu ihrem Partner.

Na komm, oder willst du ewig warten?

Eine Art leises Lachen erklang aus der Kehle der Wölfin, die Augen mit einem Glanz, in dem sich wohl Lebensfreude widerspiegelte.

[Lune| jagt mit Keanu ein Kitz / frisst es anschließend / die Beiden entscheiden sich zu einem Gewässer zu gehen]

Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 02.04.2011, 18:34

Der erste Sonnenstrahl der aufgehenden Sonne wanderte über den Boden. Er erhellte das Gras auf der Lichtung und trocknete die Tautropfen auf dessen Spitzen. Kleinere Insekten krochen hervor und erfüllten die Morgenluft mit den verschiedensten Geräuschen.

Das Licht wanderte weiter und kroch an den Baumstämmen herab, die diesen Platz schützten und vor neugierigen Augen verborgen hielten. Als es den Fuß der Bäume erreichte und auch vereinzelte, herausstehende Wurzeln erleuchtete, konnte man ein leises Knurren hören.

Zwischen den Wurzeln einer starken Buche, kaum zu sehen, durch den staubfarbenen Pelz, erwachte ein Wolfsrüde und blinzelte in das Licht des Morgens. Er hatte sich diesen Platz als Nachtquartier gewählt und stellte nun nicht gerade erfreut fest, dass der Morgen schon hereingebrochen war. Fenris öffnete das Maul zu einem Gähnen und gab damit einen Blick auf die mächtigen Fänge preis, die nur dazu geschaffen schienen, Knochen zu brechen und Fleisch zu reißen. Mit einem Ruck stand der große Rüde auf und schüttelte sich kurz, dass Dreck aus seinem Fell fiel und mit bedächtigen Schritten ging er langsam in die Mitte der Lichtung und reckte den Kopf empor, sodass er den Himmel zwischen den Baumkronen gut ausmachen konnte.

Kaum eine Wolke am Himmel…

Der Graue straffte sich, sah sich kurz um und prüfte die Luft, um auszumachen, von welcher Richtung er in der Finsternis der Nacht hierher gekommen war. Sein Weg war ihm eigentlich egal, aber er verabscheute den Gedanken, dass er dort hinging, woher er gekommen war. Ohne es zu merken, blickte er geistesabwesend auf seine Pfoten, die ihn schon so viele Meilen von seinem Geburtsort fortgetragen hatten. Die Gedanken an sein Rudel erfüllten ihn mit Trauer… Mit tiefer Trauer, aber mit noch größerem Hass. Sie hatten ihn schließlich vertrieben. Ihn, Fenris, der nichts Unrechtes getan hatte und durch Lügen seines Bruders zum Verstoßenen gemacht wurde. Er fletschte die Zähne beim Gedanken an diesen Abschaum und schwor sich, wenn er ihm noch einmal gegenüber stand, dann würde er ihm sein Leben nehmen. Seine Zukunft auslöschen, wie er es durch seine Worte und Taten auch bei ihm getan hatte.

Ohne einen weiteren Gedanken zu verschwenden, trabte der Rüde los. Wieder einmal mit einem kalten Glimmen in den hellen Augen, die schon so viel Ungerechtigkeit gesehen hatten.

Er entfernte sich weiter von seiner Vergangenheit, wenn man in Meilen und Strecken dachte, aber der Schleier vor dem Herzen des Wolfes wurde nicht lichter. Er blieb düster und undurchdringlich.

Fenris umrundete die vereinzelt stehenden Bäume und konnte schon das Ende des Waldes erahnen, bevor er an der Baumgrenze ankam und vor einer der größten menschlichen Siedlung stand, die er seit langem gesehen hatte. Sie hatte nichts von einer Stadt oder ähnlichem, weder durch die Größe, noch durch das jetzige Aussehen. Selbst der Wolf konnte nur nach einigen Augenblicken die Grenze zwischen der Niederlassung und dem Wald selbst ausmachen, denn alles schien ineinander überzugehen. Der Graue warf noch einen Blick auf den lichten Wald hinter sich und ging dann in schnellem Lauf hinein in die von Menschen geprägte Gegend.

[Fenris | erwacht am Morgen in einem Waldstück | denkt über seine Vergangenheit nach | setzt seinen Weg fort | geht in eine verwilderte Ortschaft]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 11.04.2011, 19:58

Alazan ließ die erwachsene Wölfin neben ihm nicht aus den Augen. Sie blickte in die Ferne und schien die warmen Strahlen der Sonne zu genießen. Erst wollte sie der junge Wolf in diesem unaufmerksamen Augenblick anspringen und ein aufregendes Spiel beginnen, aber dann ließ auch er den Blick schweifen. Sie standen auf einem Hügel und hatten einen fantastischen Überblick über ihre Umgebung. Hohes Gras breitete sich vor ihnen aus und immer mal wieder wurde diese wogende Ebene von weit ausreichenden Waldstücken oder schmalen Flüssen durchzogen. Immer mal wieder waren verlassene Spuren von früherer Zivilisation zu sehen und in der Ferne waren auch größere Siedlungen zu sehen.

Wenn Alazan nicht so ungeduldig wäre, dann hätte er es auch geschafft noch weiter so dazustehen und zu beobachten, aber das Stillstehen war nicht gerade seine Stärke. Er blickte wieder zu Tala und versuchte ihre Aufmerksamkeit durch ein flehendes Winseln zu erregen.

Hey, nun achte doch mal auf mich.

Tala stupste ihn sanft an.

Na wer sagt’s denn.

Seine Freundin sprach ihn an und wies auf die größere Siedlung in der Ferne hin. Eine breite Wiese und ein großer Streifen Wald trennten sie von dem Ort und Alazan wusste, obwohl von hier oben alles ziemlich klein wirkte, dass der Wald viele Meilen messen musste. Tala wechselte noch einige Worte mit ihm und bei ihm bleib besonders ein Wort hängen.

›Interessant.‹

Was interessant war, das war auch aufregend und Alazan liebte alles, was für ihn neu war und wenn er etwas Neues entdecken konnte.

Aber dann müssen wir durch diesen finsteren Wald… Mir gefallen diese weiten Wiesen und Ebenen eigentlich besser.

Der junge Rüde verzog leicht das Gesicht und dann kam ihm ein Gedanke, der ihm gar nicht gefiel.

Nicht, dass Tala denkt, ich hätte Angst vor diesem Wald. Oh man das wäre vielleicht peinlich. Finsterer Wald? Naja es ist eigentlich nur ein größeres Waldstück.

Ohne noch ein Wort zu verlieren, reckte der junge Wolf seinen Kopf selbstbewusst in den Wind und trabte über die Wiese, auf das Waldstück zu. Er hoffte, wie ein stolzer Hirsch auszusehen, die er jetzt schon einige male aufgeregt beobachten konnte. Diese imposanten Geweihträger faszinierten ihn auf merkwürdige Weise, aber er hatte auch großen Respekt vor ihnen und ihren Waffen. Wenn er Tala nicht an seiner Seite wusste, dann traute er sich nicht mal zum Beobachten, weil er befürchtete, entdeckt zu werden. Noch war er selbst nicht stark genug um gegen diese Tiere eine Chance zu haben.

Noch, aber ich werde ein starker Jäger und ein Schrecken der Wälder.

Er sprach diese Worte in begeistertem Ton aus und sprang fröhlich weiter über die Wiese, immer näher an den Rand der Baumgrenze.

[Alazan | bei Tala | schaut sich die Gegend an und folgt Talas Vorschlag]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 18.04.2011, 19:29

Tala beobachtete den jungen Wolfsrüden, wie er ausgelassen und fröhlich über die Wiese sprang. Seine Lebensfreude beflügelte auch die weiße Wölfin und mit einem belustigten Funkeln in den Augen, setzte sie in großen Sätzen dem Jungwolf nach.

Durch ihre längeren Beine, dauerte es nur wenige Herzschläge, bis sie neben ihm lief und auch in seinen Augen die Entschlossenheit aufblitzen sah. Seine anfängliche Scheu vor dem Wald war nicht mehr zu spüren und dann sprach er ein paar Worte, offenbar als Antwort auf die eigenen Gedanken.

Ein Schrecken der Wälder? Ach mein kleiner Alazan, das glaube ich dir sofort.

Die Fähe stupste ihn freundschaftlich im Lauf gegen den Kopf und überlegte kurz, ob sie ihre Schritte weiter ausdehnen sollte, aber dann merkte sie, wie nah sie dem Waldstück schon gekommen waren. Sie verlangsamte zögerlich, bis sie schließlich nur noch in einem lockeren Trab voran ging und in einem leicht ermahnenden Ton forderte sie auch den Jungen auf, wieder auf die Umgebung zu achten und seinen Lauf zu stoppen.

Sie standen zwischen den ersten einzelnen Bäumen und das Morgenlicht viel so durch die belaubten Zweige, dass ein Schattenspiel auf dem Boden tanzte. An den älteren Bäumen krochen kleinere Pflanzen an den Stämmen hinauf und überall zwischen ihnen war der Boden mit einer Schicht aus Blättern, Gras und federndem Moos bedeckt.

Na los, du Schreckenswolf, lass uns sehen, was wir in diesem Wald und besonders auf seiner anderen Seite finden.

Sie setzte jetzt langsamer eine Pfote vor die Andere und hielt alles genau im Blick. Es war etwas vollkommen anderes, ob man über Wiesen, oder durch einen Wald zog. Hier regte sich das Leben viel wachsamer und Gefahren konnte man oft erst spät erkennen. Sie reckte die Nase vor und zog die Luft ein, um mögliches zu erkennen, was sie erwarten könnte. Die Fähe entspannte sich merklich, denn kein beunruhigender Geruch wehte zu ihr. Das Einzige, das sie ausmachen konnte, war der Duft des Waldes. Trockenes Laub, die Erde zwischen den Wurzeln der Bäume und die verschiedensten kleinen Tiere.

Der Wald hat aber auch den Vorteil, dass die Beute uns ebenso wenig vorzeitig sehen kann, wie wir sie. Ich bin das Jagen auf offenem Gelände und ohne jegliche Deckung so leid. Ohne ein großes Rudel ist es dort meist nicht lohnenswert…

Tala warf einen Seitenblick auf Alazan, dem die neue Umgebung bestimmt genauso wie ihr gefiel.

Ich bin froh, dass ich zumindest den kleinen Unruhestifter bei mir habe, auch wenn er mir bei der Jagd manchmal mehr störend als hilfreich ist. Ich muss ihm dabei mehr Geduld lehren, sonst verscheucht er irgendwann noch mal blinde und taube Kaninchen.

Die Fähe stellte sich neben den Jungwolf und ließ ihren Blick auf ihm ruhen. Es hatte keinen Sinn, seine Ausbildung unnötig zu verlängern und wenn sich die Chance auf eine neue Lehrsituation bot, dann sollte sie auch genutzt werden. Es würde ihm mehr Selbstvertrauen geben, wenn er endgültig auf sich allein aufpassen konnte, auch wenn Tala nicht im Sinn hatte, sich wieder von ihm zu trennen. Er war ihr inzwischen viel zu wichtig geworden. Er war ihr bester Freund, ihr Weggefährte und in dieser Hinsicht auch ihr Rudel.

Jetzt kannst du beweisen, wie viel du schon gelernt hast. Prüfe die Luft, suche uns einen sicheren Weg und bring uns auf die andere Seite des Waldes. Du hast jetzt die Führung.

[Tala | zusammen mit Alazan am Waldrand | denkt über Alazans Ausbildung nach und überlässt ihm die Führung durch den Wald]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 21.04.2011, 23:38

Silwyna blinzelte. Die Sonne kitzelte ihre kalte Nase und Sil schniefte.

Hoffentlich hab ich mich jetzt nicht erkältet.

Die weiße Fähe erhob sich und streckte ihre steifen Glieder. Der Reif schmolz bereits zu Tau. Eine Weile beobachtete Sil dieses Schauspiel, dann löste sie sich davon und sah sich um.

Sie hatte in einer Mulde geschlafen. Das Gras in der Umgebung spross in frischem Grün und sah saftig aus. Die Kleine war versucht hinein zu beißen, riss sich aber im letzten Moment zusammen und sprang aus ihrem Versteck.

Auch schnüffelte sie instinktiv, um vielleicht einen möglichen Begleiter ausfindig zu machen, doch ihr wurde, wie immer, schmerzlich bewusst, dass sie allein war.

Allein.

Dieses Wort spukte ihr schon so lange im Kopf herum und sie sehnte sich nach Gesellschaft, so sehr, dass es schon weh tat. Die Dunkelheit war zu Zweit auch schon besser zu ertragen. Sil erzitterte bei dem Gedanken. Doch langsam gewann ihr Verstand wieder die Oberhand und holte sie zurück in die Realität. Die Fähe hatte Durst, doch sie fand keine Quelle oder anderes fließendes Gewässer, weswegen sie sich seit einiger Zeit mit Tau zufrieden geben musste.

Vielleicht bin ich auch nur die ganze Zeit zu viel mit meinen Gedanken beschäftigt, dass ich so etwas übersehe.

Griesgrämig wandte sie sich dem Tau auf einem Blatt zu und ihre Gedanken schweiften erneut in ihre Vergangenheit ab, in der sie noch keine Sorgen kannte.

[Silwyna | allein | erwacht, sieht sich um, wünscht sich Gesellschaft]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 25.04.2011, 22:02

Der Rüde stupste Lune leicht mit der Schnauze an, bevor er an ihr vorbeitrottete und den Weg Richtung Bach einschlug.

Schweigend liefen die beiden Wölfe durch das Dickicht, das kein Ende zu nehmen schien. Es dauerte nicht lange und Keanu konnte die Wasserquelle deutlich riechen, hören und ja, fast auf seiner aus der Schnauze hängenden Zunge schmecken.

Er wandte sich zu Lune, die dicht neben ihm lief. Ein Blickwechsel, zwei verschmitzte Blicke, ein herausforderndes Knurren aus Keanus Kehle – und die beiden preschten wie auf Knopfdruck los. Es war ein kurzes Wettrennen, schon bald hatte Lune – als Erste – die Wasserstelle erreicht, ein siegreiches Lächeln zierte ihre Lefzen. Der Rüde blieb hechelnd neben ihr stehen, knurrte deutlich enttäuscht, brachte dann aber doch ein süffisantes Grinsen zustande und stupste sie erneut an.

Du warst aber auch schon mal schneller. Nächstes Mal gewinne ich!

Lune kannte ihren Gefährten gut, und sie wusste, dass er es nicht ernst meinte. Hätte es sein verletzter Stolz zugelassen, so hätte er sie vermutlich gelobt, denn schnell, das war die Fähe auf jeden Fall gewesen. Keanu grinste ihr zu, bevor er sich schließlich umdrehte und aus dem kleinen plätschernden Bach vor ihm trank. Das kühle Wasser löschte seinen Durst schnell. Er patschte im Wasser herum, kühlte seine müden Pfoten und spritzte neckend Lune nass.

Durst gelöscht?,

fragte er seine Freundin unausgesprochen heiter. Als sie nickte, liefen sie gemeinsam weiter am Bach entlang, die dichten Baumkronen über und der endlos scheinende Weg vor ihnen.

Ein genaues Ziel hatten Lune und Keanu nicht. Sie wollten dem unsichtbaren Pfad vor ihnen folgen, der sie vielleicht aus dem Wald raus und auf die weiten Ebenen von Pann Ennor leiten konnte. Sie hatten Ewigkeiten keinen anderen Wolf mehr in ihrer Umgebung wahrgenommen, nicht ein winziges Anzeichen von Leben ihresgleichen. Aber Keanu wusste, dass sie nicht alleine waren. Irgendwo hier, weit draußen, musste es noch mehr von ihnen geben.

Der Rüde seufzte im Laufen und bekam einen fragenden Blick von Lune geschenkt. Mit einem weiteren Seufzer äußerte er seine Bedenken offen.

Glaubst du wirklich wir sind auf dem richtigen Weg, Lune? Der Wald hier ist noch immer genauso dicht wie vor ein paar Tagen. Und andere Wölfe sind auch keine in Sicht.

[Keanu | folgt mit Lune dem Bach | hat Bedenken, ob die Richtung sie nach Pann Ennor leitet]

Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 26.04.2011, 14:25

Alazan entging der leicht spottende Ton in Talas Stimme nicht im Geringsten. Sein großes Auftrumpfen über seine herrliche Zukunft… Ja, seine Freundin würde schon merken, wie toll diese werden würde und auch wie groß seine Rolle in der Zukunft werden würde. Der Jungwolf hatte Pläne, die hatte er schon immer gehabt, denn er war ein Idealist und ließ sich das auch von niemandem nehmen.

Er war ganz in Gedanken und erst die Ermahnung der weißen Wölfin ließ ihn wieder genau aufblicken und erkennen, dass sie die Wiese bereits verlassen und den Wald erreicht hatten.

Ich, der Schrecken, laufe der Gefahr wieder direkt zwischen die Zähne…

Er grinste in sich hinein und war wirklich froh, dass noch ein Paar Augen auf ihn aufpassten. Tala war kurz stehen geblieben und prüfte die Luft nach Gefahren, aber nach ein paar Herzschlägen entspannte sie sich wieder und als Alazan selbst nichts Beunruhigendes riechen konnte, tat er es ihr gleich. Hier gefiel es ihm besser, als er zuerst geglaubt hatte, denn wenn man einmal zwischen den Bäumen stand, dann war es doch nicht so finster. Er machte ein paar Schritte vorwärts und versuchte alles, die Gerüche und Geräusche, das Leben im Wald, zu erkunden. Seine Pfoten raschelten über Blätter und er war so vertieft in seine Arbeit, dass er zuerst nicht merkte, dass sich Tala neben ihn gestellt hatte und ihr Blick nun auf ihm lastete. Erst als sie auch das Wort an ihn richtete, horchte er auf und sein Herz machte einen Hüpfer.

Ich soll uns durch den Wald führen?

Alazan versuchte sich zu bremsen und nicht wie ein verspielter Welpe loszuspringen. Das war einer der spannendsten Sätze, die jemals an ihn gerichtet wurden. Das war wirklich ein bedeutender Moment in seinem Leben, denn er würde richtig Verantwortung übernehmen und für sich und auch seine Freundin Augen und Ohren sein.

Er reckte die Nase in die Luft und schnupperte… Und schnupperte… Und roch… Nichts. Es war nicht wirklich so, dass er nichts roch, denn der Wald war voller Gerüche, aber nichts sonderlich Spannendes war darunter. Er hatte gehofft, dass er Wild wahrnehmen würde, oder eine bedeutende Gefahr, aber nicht mal der Duft eines Fuchses wehte zu ihm.

Na gut, dann eben das Beste daraus machen. Ich werde schon noch etwas Spannendes finden.

Er machte langsam ein paar Schritte vorwärts und warf dann einen Blick zurück auf Tala. War es richtig, was er tat? Sie schien vorerst keine Einwände zu haben, also ging er etwas schneller, verfiel in einen leichten Trab und ging geradewegs zwischen die Bäume.

[Alazan | begeistert von Talas Idee | beginnt den Weg durch den Wald]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 30.04.2011, 10:14

Noch halb im Schlaf versunken beobachtete Trevir, wie die Sonne vor ihm langsam höher stieg. Er gähnte einmal ausgiebig und blinzelte dann schläfrig, bevor die wärmenden Sonnenstrahlen langsam auf ihn zu krochen. Als sie ihn erreichten, merkte er sofort, wie das Leben in seinen Körper zurückströmte und die Schläfrigkeit langsam verdrängte. Noch etwas ungelenkt stand er schließlich auf und schüttelte sich einmal, um den Tau von seinem Fell zu bekommen.

Nass. Kalt. Wie ich solche Nächte liebe. Hoffentlich wird es schnell wärmer,

dachte er und genoss die Wärme der Sonnenstrahlen, die sein nasses, und dadurch fast schwarzes Fell streiften.

Er ließ seinen Blick über die Landschaft schweifen und schnüffelte einmal in der Luft, ob nicht irgendwo ein vertrauter Geruch auf ihn wartete. Aber wie so oft schon roch er kaum etwas außer dem Gras unter seinen Pfoten und alles was er hören konnte war der Gesang der unzähligen Vögel über ihm.

Eine einsame Reise ist das…,

dachte er sich und wandte dann den Blick vom Horizont ab und sah zu den Gebäuden, die er in weiter Ferne bereits sehen konnte und die sein Ziel waren.

Wenn ich dort niemanden finde, und sei es nur jemand essbares, wo dann?,

dachte Trevir, bevor er sich wieder auf den Weg machte.

[Trevir | wacht auf | macht sich auf dem Weg zu der Stadt in der Ferne]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 02.05.2011, 19:30

Fenris lief durch die verlassene Siedlung und spitzte die Ohren. Ganz in seiner Nähe rauschte ein kleiner Bach und dem Rüden lief gleich das Wasser im Maul zusammen. Er konnte sich nicht erinnern, wann er das letzte Mal in kühlem Wasser stand. Er beschleunigte seine Schritte und schon bald konnte er das schmale Rinnsal sehen, dass sich in einem Graben auf der ehemaligen Straße schlängelte. Er hielt kurz inne und setzte dann in einem großen Satz über das Gewässer. Es war schön, endlich wieder einmal das Spiel seiner Muskeln zu spüren und er landete sicher auf der anderen Seite. Er folgte dem Lauf des Baches und sprang an einer etwas tieferen Stelle hinein, sodass das Wasser spritzte. Die nächsten Minuten ließ er sich vom Lauf des Flusses leiten und stillte dann seinen Durst.

Der Rüde, ganz in die wogenden Wellen vertieft, schaute erst danach wieder auf und beobachtete die Gegend. Er war oft unvorsichtig und untersuchte seine Umgebung selten, bevor er sich hinein stürzte. Einige würden ihn unvorsichtig und seine Taten riskant und dumm nennen, aber das war ihm ziemlich gleich.

Es war schon einige Monde her, dass sein altes Rudel ihn verstoßen hatte und seit her hatte er andere Wölfe gemieden, die es wagen könnten, über ihn zu urteilen. Er grinst leicht gehässig.

Sollen Andere doch denken was sie wollen. Mir macht die Gefahr keine Angst! Ich lache ihr ins Gesicht, wenn sie mir begegnet. Die anderen sind doch alle gleich… Sie werden ewig das von mir denken, was mir voraus eilt. Mein Schicksal wurde bestimmt und was werde ich schon daran ändern können?! Es ist über mich gestürzt und ich werde dazu verdammt sein, es zu leben.

Fenris betrachtete sein Spiegelbild im Wasser und in seinen Augen blitzten die verschiedensten Gefühle auf. Das Stärkste war Hass. Der Abscheu gegen die Wölfe, die die wahre Geschichte über die Ermordung seiner Schwester nicht geglaubt haben. Hass gegen alle jene, die ihn vertrieben und sein Schicksal besiegelt hatten. Auch Unentschlossenheit war in den unergründlichen Augen zu sehen und ein Gefühl, dass er selbst nicht ganz deuten konnte. War es so etwas wie Trauer über sein Leben? Eine tiefe Unglücklichkeit? Er zeigte dem grauen Wolfsrüden im Wasser die Zähne und ließ ein leises Knurren hören.

Trauer ist etwas für Schwächlinge und Sehnsucht für Träumer!

Er wusste selbst nicht recht, ob er die Gemeinschaft vermisste. Schon immer war er ein wenig ein Einzelkämpfer gewesen und nach dem Tod seiner Schwester… Der Rüde fand keinen Sinn mehr darin, die nervösen und angsterfüllten Blicke zu sehen, die danach auf ihm lasteten. Alle sahen nur noch das in ihm, als das er hingestellt wurde. Einen Mörder und Verräter.

Er spannte die Muskeln erneut an und sprang aus dem Bach. Ohne sich auch nur umzuschauen setzte er seinen Weg ins Unbekannte fort.

Wenn er genauer darauf geachtet hätte, wo sein Weg ihn hingeführt hat und welche Kreaturen ihn aus den Schatten der Zweibeinerbauten beobachtet hätten, dann wäre ihm auch der ausgehungerte Bär aufgefallen, der mit gebanntem Blick nun auf seinen Fersen war.

Der Speichel tropfte dem räudigen und hungrigen Tier aus dem Mund und durch die Windrichtung hatte der Wolfsrüde keine Möglichkeit ihn zu wittern.

Fenris ging in schnellem Trab weiter und hielt die Augen nach einem geeigneten Ruheplatz aus. Seine Aufmerksamkeit nur darauf gerichtet, blieb ihm verborgen, wer ihm verfolgte.

[Fenris | in einer kleinen Siedlung | trinkt an einem Bach und sucht nach einem Ruheplatz | wird von einem Bären verfolgt]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 16.05.2011, 20:01

Tala verfolgte den jungen Rüden wachsam mit den Augen und konnte sich ein Schmunzeln nur schwer verkneifen. Sie wollte ihn nicht verunsichern, deswegen versuchte sie wirklich angestrengt, ernst zu bleiben und nickte nur aufmunternd mit dem Kopf.

Sie wechselte in einen gemächlichen Trab und blieb Zan dicht auf den Fersen, damit ihr auch nichts entging und sie ihm so Rückendeckung gab. Ihr fiel kaum auf, wie sehr ihr Beschützer-Instinkt erwacht war, seit sie mit dem Jungwolf unterwegs war. Immer achtete sie nun auch auf ihn, hatte einen wachsamen Blick für ihren Gefährten und in ihren Gedanken war sie keine Einzelgängerin mehr.

Es tut mir gut, dass ich nicht mehr einsam umher streife. Die Unabhängigkeit war allerdings besser, als das Leben in meinem alten Rudel.

Die Gedanken der weißen Wölfin schweiften ab und so trottete sie leicht abwesend hinter Zan her, ohne genau darauf zu achten, wohin er sie führen würde. Sie vertraute ihm einfach und dann würde schon alles gut werden.

Vor ihrem geistigen Auge konnte sie wieder die ihr so bekannten Wölfe sehen und das Stechen ihrer kalten Blicke spüren. In ihr stieg eine tiefe Trauer auf, eine Trauer, die sie schon lange nicht mehr gespürt hat… Das Rudel hatte sie nie akzeptiert, von ihrem ersten Atemzug bis zu dem Moment, als sie ihnen den Rücken gekehrt hatte. Ihre Mutter war keine Alpha-Wölfin und ihr Vater… Ja ihr Vater… Er war für sie nie mehr als eine Legende und Geschichte. Er soll ein starker und beeindruckender Rüde gewesen sein, so hat es ihre Mutter erzählt, aber viel mehr hat sie von ihm nie erfahren. Eine unbezähmbare Seele aus dem Norden. Frei und ungestüm, wie der Nordwind, in Gestalt eines weißen Wolfes. Sie selbst hatte viel von ihm, so hat es ihre Mutter einst gesagt und dieser Gedanke, die Erinnerung an den Nordwind, hat ihr über die Zeit im Rudel hinweg geholfen. Oft betrachtete sie ihr Spiegelbild in stillen Gewässern und versuchte sich das Antlitz ihres Vaters vorzustellen. Sie wünschte sich oft, dass er wieder käme, sie mit sich zog und ihr neues Leben beginnen würde, aber der Rüde kam nie wieder in das Revier und nach einem endlosen Warten ging sie schließlich selbst. Ihr war klar, dass der Rüde nicht kommen würde und sie wahrscheinlich nie erfahren würde, wer genau ihr Vater nun eigentlich war.

Nordwind… Es ist nicht mal ein richtiger Name und wenn Mutter nicht mal seinen richtigen Namen kannte, wie soll ich diesen Wolf dann jemals finden.

Auch jetzt noch dachte sie oft an ihn, oder an das Bild, das sie sich von ihm ausmalte. Manchmal kam er der Fähe wie ein Geist vor und nicht nur einmal hatte sie sich gefragt, ob der Nordwind wirklich existiert hat. Ob er wirklich ihre Mutter Yara aufgesucht hat, denn niemand außer ihr hatte den Fremden bemerkt. Weder seinen Geruch über der Reviergrenze, noch einen Schatten… Er war, wenn er wirklich keine Einbildung gewesen war – was Tala bezweifelt, denn sie lebte ja immerhin – eine dieser unbezähmbaren Seelen. Mehr Legende, als Wirklichkeit.

Sie blinzelte, als sie auf einen morschen Ast trat und ein lautes Knacken ertönte. Diesmal konnte sie sich ziemlich gut in ihren jungen Begleiter hinein versetzen, denn sonst war er es immer, der unvorsichtig war und der mit Blicken und Worten getadelt wurde. Sie blickte ihn entschuldigend an und konzentrierte sich wieder auf die Wirklichkeit. So sehr sie es sich auch wünsche, über ihren Vater würde sie nicht mehr erfahren und es war vielleicht auch gut so, denn so hatte sie wenigstens einen Wolf, an den sie gerne zurück dachte. Nichts Düsteres trübte sein Bild und genauere Informationen würden ihr womöglich nur alles verderben. Es war gut, jemanden zu haben, zu dem man aufblicken konnte, auch wenn dies in Talas Fall nur eine strahlende Legende war.

[Tala | folgt Alazan | denkt über ihre Vergangenheit und ihren Vater nach]
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Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 20.05.2011, 16:22

Mit ihrem leicht schaukelnden Gang lief die Fähe still weiter. Sie drehte sich nicht erneut um, denn sie vernahm ein leichtes Stupsen an ihrer Flanke und schließlich konnte sie auch den braunen Rüden sehen, der nun auch an ihr vorbeilief. So zu zweit konnte es schon ganz schön sein… Mal hatte man einfach seine Ruhe, wenn man sie brauchte und wurde nicht ständig von jemandem angesprochen, auch wenn es manchmal zu ruhig sein konnte. Immerhin waren die beiden Wölfe Tag und Nacht zusammen – kannten sich so gut wie in und auswendig. Was gab es denn da schon groß zu reden? Nicht viel, wie man merken konnte. Die Blätter und Äste des Unterholzes streiften die Fähe immer wieder einmal, wenn es keinen anderen Weg um einen Busch gab. Kurz duckte sie sich unter einem Ast und beschleunigte etwas, um neben Keanu zu gelangen. Immerhin wollte sie doch genauso schnell da sein wie er – etwas mehr Tempo konnte da nicht schaden. Lune warf einen Blick zu Keanu, leicht provozierend als sie ihr Schritttempo noch etwas mehr erhöhte. Gut, etwas kindisch war es doch. Aber hey, ab und zu konnte dies doch recht ermunternd sein! Und der Rüde schien die Fähe mal wieder wunderbar zu verstehen. Kurz streifte ihr Blick seinen, dann erklang das tiefe Knurren des Rüden – die Graue zog ihre Lefzen leicht hoch und schließlich sprinteten die beiden los.

Ein Wettrennen ist doch etwas wunderbares… Vor allem weil ich siegen werde!

Sie öffnete ihre Schnauze etwas um besser Luft holen zu können, warf ihren Kopf für einen Moment nach hinten, ehe sie ihn nach vorne beugte um schneller zu werden. Klein und flink, ja das war Lune definitiv. Sie hatte wohl einen Vorteil, eigentlich schon immer gehabt. Und natürlich siegte sie auch. Nur ein paar Augenblicke nachdem die beiden Kameraden losgesprintet waren durften sie auch wieder halten. Das Wasser rauschte, und das Geäst war nicht mehr so dicht wie es noch weiter hinten im Wald gewesen war. Lichtstrahlen trafen vereinzelt den Bach und es wirkte beinahe wie ein frohes Lichtspiel. Kurz beobachtete Lune dies fasziniert, ehe sie ihren Blick mit einem triumphierenden Grinsen auf den Lefzen zu Keanu richtete.

Du wirst mich niemals besiegen. Niemals!

Sie hob ihren Kopf, ehe sie ebenfalls Keanu anstupste. Natürlich sagte sie dies alles im Spaß und sie war sich sicher das Keanu sie richtig verstand. Gerne spielten die beiden solche Spielchen und normalerweise wurde es auch nie falsch verstanden, wenn einer der Wölfe solche Kommentare abließ. Die Fähe nickte leicht, noch immer umspielte ein Grinsen ihre Lefzen, ehe sie sich hinunter zu dem etwas unruhigen Bach beugte, um ihren Durst zu stillen. Sportliche Aktivitäten forderten eben ihren Preis, nicht? Außerdem tat so eine Erfrischung immer recht gut. Sie nahm einige Schlücke und als sie ihren Kopf hob, leckte sie sich im selben Moment über ihre nassen Lefzen. Lune achtete in diesem Augenblick gar nicht auf ihren Begleiter, sondern beobachtete erneut gebannt die Lichter auf dem Wasser, welche so wunderbar glitzerten. Doch schon in der nächsten Sekunde spürte sie einige Wassertropfen auf ihr Fell fallen. Sofort drehte sie sich zu Keanu um, zunächst leicht verwirrt, doch fing sie sich sofort wieder.

Ja, mein Durst ist gelöscht du Trampel.

Sie wedelte mit einem erneuten Grinsen und steckte ihre Schnauze etwas ins Wasser, um ihren Kameraden ebenfalls leicht nass zu spritzen. Schließlich nickte die Fähe leicht und begann sich in einem etwas gemächlichen Gang fortzubewegen. Wohin? Nun, das wusste sie selbst nicht. Vielleicht in eine dieser Menschenstädte, Neues sehen oder gar jemanden ihrer Art treffen. Einen Artgenossen… Nun, einen weiteren Artgenossen hatten sie schon relativ lang nicht mehr getroffen. Und um sie herum war weit und breit nur der dichte der Wald, der kein Ende zu nehmen schien. Doch Lune glaubte daran, dass sie bald aus dem Wald finden würden. Sie hatte einfach den Willen und dies schien sich auch auf ihre Überzeugung auszuwirken. Nach kurzer Zeit ertönte ein Seufzer ihres Begleiters. Der Blick der Fähe wanderte zu ihm und sie fragte sich innerlich, ob er wohl daran zweifelte, dass sie noch das Ende des Waldes erreichen würden. Aber Lune war ja diejenige der beiden, welche die Optimistin war. Zumindest meistens. Nachdem ein zweiter Seufzer Keanus erklang, erzählte er endlich von seinen Bedenken.

Ach, wir geben einfach nicht auf. Vielleicht ist das alles hier ja nur ein Spiel – und unsere Geduld wird gerade getestet. Und glaub mir, ich will diesen Test bestehen!

Meinte sie dann schließlich und stupste ihren Begleiter aufmunternd an. Lune verglich das Leben gerne mit einem Spiel, dem Spiel des Lebens.

Vielleicht müssen wir ja nur weiter diesem Bach folgen, und schon werden wir von dem ewigen Wald erlöst.

[Lune | mit Keanu zusammen, noch im Wald | erst kleines Wettrennen, beschließt dann dem Bach zu folgen]

Re: Kapitel I – Einsame Seelen » 21.05.2011, 23:05

Fenris schnürte in schnellem Trab durch die verlassene Siedlung. Er lief auf einem gepflasterten Weg, durch den viele Gräser, kleine Büsche und Bäume wuchsen. An den Rändern waren überall kleine Behausungen aus Stein und Holz zu sehen und nichts ließ den Rüden an die ehemalige Macht der Menschen denken. Er betrachtete das, was sie einst geschaffen hatten und rümpfte die Nase.

Menschen…,

murmelte er nur abfällig und richtete seinen Blick wieder auf den Weg. Seine Beine führten ihn flott weiter und sein Fell wehte bei jedem Schritt, denn eine angenehme Brise kam von vorne und trug ihm alle Gerüche der Lebewesen zu, die sich in seiner Laufrichtung befanden. Die Sonne über ihm stand schon längst im Zenit und plötzlich hielt er inne. Vor ihm stand eine halb zerfallene Hütte im Licht und bot unter dem vermoderten und verbogenen Dach noch etwas Schatten. Sie war durch eine niedrige Hecke von dem Rüden abgeschnitten, aber das bot ihm kein Hindernis und er setzte in einem einzigen Sprung darüber. Einen schmalen Streifen Gras überquerte er danach noch und erkundete dann seinen gewählten Unterschlupf. Drei Seiten des ehemaligen Schuppens standen noch und boten dem Dach noch genügend halt. Es war der ideale Lagerplatz, denn er bot Schutz vor Sonne und Wind und er war von dem Hauptweg nicht gut zu sehen.

Er war sehr zufrieden mit seiner Wahl und legte sich seufzend nieder. Auf dem staubigen Boden war Fenris schwer zu sehen und die Schatten verbargen ihn noch einmal. Er fühlte sich vollkommen sicher, denn was sollte ihm hier auch schon zu schaffen machen? Mit einem leisen Grummeln schloss er die Augen und döste weg. Das warme Wetter… Sein sicherer Platz… Er fühlte sich fast geborgen und das passierte ihm wahrhaftig nicht oft. Immer machte dem Rüden etwas das Leben zur Hölle und sein behagliches Gefühl… Das machte ihn innerlich so nervös, dass er die Augen wieder öffnete.

Er hatte länger geschlafen, als er vor hatte und die Sonne war am Himmel noch einmal weiter gewandert und der frühe Nachmittag war inzwischen angebrochen. Er hob den Kopf und unweigerlich stellten sich die Haare an seinem Nacken auf und seine Muskeln verkrampften. Auf jedes Geräusch lauschend, beschlich ihn ein sehr unangenehmes Gefühl. Nichts ließ auf eine direkte Gefahr schließen, aber sein Instinkt schrie drohende Warnungen. Der Wind hatte sich gelegt und trug keine Gerüche zu dem Rüden und kein Geräusch durchbrach die Stille. Es war einfach zu still und sein Magen zog sich zusammen. Fenris hatte das Gefühl, als würde er von dem Blick des Todes durchbohrt und dann sah er sie. Zwei glühende Augen sahen ihn durch die niedrige Hecke an, fixierten ihn und in dem Blick lag eine Kälte und Mordlust, die Fenris einen Schauder über den Pelz jagte. Für einen Moment war er wie erstarrt. Kein Haar an seinem Körper rührte sich, aber dann stieg ein Grollen in seiner Kehle auf und erlöste ihn aus seiner Starre.

Er sprang auf und zeigte seinem Beobachter die totbringenden Fänge, von denen der Geifer tropfte. Fruchterregend war seine Gestalt, wie er dort im Schatten stand und in seinen Augen hätte niemand etwas lesen können. Nur der Hass war wieder darin zu sehen und zeigte an, dass er weder Flucht noch Niederlage akzeptieren würde. Ein leichter Wind war wieder aufgekommen und trug nun endlich den Geruch zu ihm, der ihm so lange verborgen geblieben war. Und er kannte diesen Gestank! Er wusste genau, wem die Augen gehörten, noch bevor der Bär auf ihn zu kam. Das Tier machte sich nicht die Mühe, über die Hecke zu springen, sondern ging direkt hindurch und blieb erst einige Schritte dahinter wieder stehen. Fenris musterte ihn und versuchte aus dem Geruch zu lesen und das Bild zu deuten, das dieser Beutegreifer bot. Er konnte ganz genau die Krankheit und die Schwäche riechen… Das Fell hing an einigen Stellen von dem mageren Körper und nun verstand er auch ganz genau, warum der Bär sich ihm genähert hatte. Ein starker Wolfsrüde war nicht gerade eine geeignete Beute, aber der Hunger trieb ihn. Er trieb ihn dazu, seine letzte Jagt erfolgreich zu bestehen oder dem Hungertod zu erliegen. Der Rüde war anscheinend das erste Tier, das er ausmachen konnte und nun stand er kurz davor, sein Leben zu retten. Für Fenris war die Jagt oft ein Vergnügen und Mittel zum Zweck. Wenn er nicht erfolgreich war, dann versuchte er es an anderer Stelle noch einmal, aber für diesen Bären… Der Tod stand kurz davor, die Klauen in ihn zu schlagen und dies war seine letzte Chance.

Der Bär ließ ein leises Brüllen hören und setzte eine große Pranke nach vorne, als würde er gleich zum Spurt ansetzen und sich auf sein Opfer stürzen. Er wartete nur noch auf den geeigneten Moment, wartete auf den richtigen Herzschlag.

Sein Stolz und ein großer Teil seines eingefahren Verhaltens hatten längst entschieden. Sein Instinkt schrie in seinem Kopf auf eine Flucht und auf feiges davon rennen, aber sein Körper rührte sich nicht von der Stelle und das Knurren und Grollen des Rüden wurde nur noch lauter. Seine Lefzen umspielte fast ein gehässiges Grinsen.

Ich werde nicht rennen und werde auch nicht davon laufen! Du räudiges Vieh hast dir den Falschen ausgesucht! Du hast mich gewählt, damit ich dir das Leben rette, dich nähre und stärke, aber du wirst meine Zähne und meinen Hass spüren.

Ihm war es egal, dass der Bär ihn nicht verstand und ihm war es auch egal, dass eine leise Stimme – tief in seinem Inneren – flüsterte:

Du kannst auch gar nicht davon rennen, Fenris. Dein Versteck ist eine Falle! Der einzige Ausgang führt an den Zähnen des Bären vorbei. Der Bau der Menschen ist nichts als eine Falle und wird dir den Tod bringen.

[Fenris | findet einen Ruheplatz | schläft ein | findet heraus, dass er verfolgt wurde und sieht schließlich den kranken Bären | will kämpfen und merkt, dass er in der Falle sitzt]
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