Silverice Wolves

Wir sind ein Wolfs-RPG.

Kapitel V – Eiseskälte

Das Rollenspiel und Off-Play Bereich

Re: Kapitel V – Eiseskälte » 23.01.2016, 23:05

An der Seite seines Sohnes, wagte der Braune kurz nicht zurück zublicken. Er wollte die Schwarze in der weiß verwirbelten Ferne nicht sehen, doch sobald seine Gefährtin seine Flanke erreichte und ein Seufzen aus ihren Fang entglitt, konnte er sich seinem Drang nicht mehr entsagen. Er hatte es nicht gewollt, jedes Wort schien viel zu hart, wusste er doch um die Zartheit von Taky und doch, er hatte sich nicht beherrschen können und nun...Nun sah er dort nichts mehr, außer den ewigen Schnee in seiner weißen blendenden Pracht. Langsam und zäh drehte er sich um, als würde er nicht wollen, als würde er erwarten, dass dort irgendwann dieser schwarze ersehnte Schatten hervortrat, doch sein gebrochener Blick blieb leer und so richtete er die besorgten Seelenspiegel auf Leotie. Sie sprachen beinahe Bände. Was hab ich bloß gesagt? Es tut mir leid! Ich wusste nicht anders...! Vergib mir...Absolut wortlos und doch würde sie all jenes in ihm lesen können, dies war ihm gewiss. Er hätte nicht gewusst, was er getan hätte, hätte er auch sie in diesem Kampf verloren. Verdrossen und entmutigt schob er, mit geduckten Haupt, seinen Fang zwischen ihr weiches Brustpelz, ehe er sich wieder aufrichtete und seine Haltung straffte. Es reichte, dass die Trauer und Mutlosigkeit bei allen noch greifbar war. So mussten zumindest sie als Eltern ihrer Aufgabe gerecht werden und ihrem verbliebenen Spross Halt gewähren, egal wie schwer es vielleicht für sie selbst war. So entsagte sich Sakim jene Regungen, die seinen Körper und Geist fluteten. Die Muskeln angespannt, wäre er geneigt gewesen, binnen Sekunden aufzuspringen und ihr nachzurennen, stattdessen verharrte er und auch kein klagendes Heulen entließ er in die Freiheit, obgleich seine Lungen mit Odem gefüllt und bereit waren.

Es war der Klang dieser zaghaften Stimme, welche an seiner Seite entsprang. Entschuldigend und klein, dort stand sie nun und entlockte dem Großen pure Erleichterung wie Euphorie. Mit geweiteten Augen, blickte er auf seine alte Freundin und ließ die Rute sachte über den Schnee fegen. Verriet dies nicht all sein Empfinden? Auch Akai empfand ähnliche, wenn auch gedämpfte Emotionen, aber so ließ er sich endlich zu einem Mahl verlocken. Noch ehe Sakim einen weiteren Gedanken verschwenden konnte, ließ er seine Zunge über den Kopf von Taky wandern und schleckte sie beinahe eines Welpens gleich ab. »"Du mir auch..."« Murmelte er dicht an ihren Ohren. So streng hatte er nicht klingen wollen, aber vielleicht würde sie verstehen, dass dies einzig und allein seiner Besorgnis verdankt gewesen war.

Dieses Mal wortlos, stupste er die Schwarze ähnlich an, wie zuvor Leotie ihren gemeinsamen Sohn. Ja, sie waren eine kleine Familie und jeder musste hier auf jeden aufpassen. Daher war der Blick des Hünen deutlich auf den Kadaver gerichtet. Sie hatte sich richtig entschieden, dafür musste sie nun auch ihren Weg gehen und auch er wie Leotie mussten das Abkommen ihrem Welpen gegenüber erfüllen. Noch bevor Sakim ein Stück des Kadavers abriss, schaute erneut auf die Fähe aus seiner Jugend. »Ich bin froh das du geblieben bist...",« er murmelte es beinahe so leise, dass der Wind es mit dem Schnee davon getrieben hätte, dennoch würde Taky dies sicherlich hören. Ohne eine Antwort abzuwarten, nahm er sich einen Fleischbrocken und schleppte diesen an die Seite seines Sohnes.

[ Sakim | bei Akai & Leotie | macht sich um Taky Sorgen | folgt Akai]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 25.01.2016, 21:01

Als wäre sie wieder jene Fähe, die damals ihr Revier verlassen und alles mit vorsichtiger Neugier betrachtet hatte, begann Ayaka den Rüden zu lesen. Lange hatte sie dies nicht mehr getan und kam sich selbst eingerostet vor. Anscheinend hatte sie ihre Analysefähigkeit zu sehr vernachlässigt, das würde sie aber wieder aufholen.
In den mondgrauen Augen zierten sich Fragen ab. Vermutlich weshalb Ayaka dieses Verhalten zeigte und ihre Sprache dermaßen genutzt hatte wie sonst selten. ZU Recht. Schließlich war die Dreibeinige nichts als eine trauernde Hülle gewesen. Fenris wusste nichts von dem Gespräch mit der Amarun und daher auch nicht, wieso Ayaka aus ihrem Trauerschlaf erwacht war. Dies hier war eine unerwartete und gleichzeitig neue Situation, in die ihn kein anderer Wolf gebracht hätte. Jede Komponente des Moments war fremd. Was sollte er davon halten oder wie sollte er reagieren?

Was wirst du tun? Traust du dich ins Ungewisse oder wirst du es ablehnen?, fragte ihn die Fähe in Gedanken.

Ihre Antwort kam. Nicht durch Worte, sondern Wiederstand. Fest wie ein Berg ließ sich Fenris nicht leiten. Seine Pfoten hoben sich keinen Millimeter vom Boden ab. Jetzt zeigten ihre Augen eine Herausforderung. Er sollte seine Fähigkeiten zeigen. Hier und jetzt in diesem Spiel. Egal wie lange sie ihm auf die Nerven gehen müsste. Selbst wenn sie einen Streit anfangen würde. Sie wollte und musste wieder leben. Sie war eine Destin und vertrat dabei ihre verstorbene Seelenschwester. Wenn einer ihr dabei helfen konnte zu trainieren, fit zu bleiben und standhaft im Geiste dann Fenris. Damals schon hatte sie ihn als Lehrer ausgesucht und daran nichts geändert.

Eine kleine Veränderung tat sich in den Augen des Grauen. Sie wirkten heller und lebendiger. Der Blitz eines kleinen Schalks tauchte darin ein. War das Freude? Ayaka bewertete es zumindest als solche, da der Rüde dazu noch seine Lefzen neckend anhob. Die Fähe bekam, was sie wollte. Er spielte mit. Seine Pfoten und Muskeln zogen die Dreibeinige nach vorn. Dabei hatte er sogar die Zeit mit ihr zu plaudern. Kein Wunder. Er war wesentlich größer, schwerer und nicht umsonst einer der Stärksten im Rudel. Ein vollkommenes Gegenteil war die bunte Fähe am anderen Ende des Knochens. Sie war die Kleinste von allen (außer dem Jungwolf), damit die leichteste und setzte eher auf Wendigkeit als Stärke. Hinzu kam natürlich auch, dass ihr ein Bein fehlte. Aber all das war ihr egal. Sie warf sich mit einem halb verspielten Knurren zurück. Ihre Augen fest entschlossen.
»Waf denkft du denn foll ich Fhirain fonft fagen? Einer muff dafür forgen, daff du fit bleibft!«

Sie versuchte rückwärts zu gehen, was nicht gelingen wollte. Zu viel Gegengewicht zog am anderen Ende des Knochens. Daher wechselte sie ihre Strategie und zog mehr zur Seite, um Fenris wenigstens zum Drehen im Kreis zu bewegen. Dass es sie mehr Kraft kostete als ihn, machte sie zu keinem Geheimnis. Dafür strotzte sie vor Willensstärke.

Ich möchte, dass du auch wieder lachen kannst.

[Ayaka I Fenris I analysiert Fenris I geht ins Spiel über I will von Fenris lernen & ihm dafür Freude schenken]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 06.02.2016, 17:54

Tala war keine eingebildete Fähe, aber sie mochte es nicht bei Fremden um etwas zu bitten nicht nichts als Gegenleistung anbieten zu können. Gerade wo sie um so etwas bat… Normalerweise hätte sie es vorgezogen mit dem Amarun des beheimateten Rudels persönlich zu sprechen und sich sein Einverständnis einzuholen, aber so wie Raqim ihn beschrieb…

Nun stehen wir hier im Geheimen und können wohl von Glück sprechen nicht entdeckt zu werden, sollte uns dieser Wolf sein Einverständnis geben.

Und zu Talas Erleichterung willigte der Rüde ein. Die Fähe nickte stumm zum Verständnis und das sie seine Fragen beantworten würde. Das war das Mindeste. Sie fragte sich aber unweigerlich, warum der Rüde ihnen diesen Gefallen tat und hinter dem Rücken seines eigenen Rudels handelte. Welchen Platz hatte er hier? War es reine Nächstenliebe oder hatte er Mitleid mit ihrem Rudel? Sie fragte es nicht, sie würde es so oder so heraus finden und das meist früher als gedacht. Raqim setzte sich in Bewegung und Tala tat es ihm gleich. Gab die Richtung vor, in die sich ihr Rudel befand und ihren eigenen Pfotenspuren zurück folgend. Der Rötliche sprach seine Fragen während des langsamen Gehens zu ihr und die Fähe überlegte kurz was sie ihm antworten sollte, bevor auch sie den Fang zum Sprechen öffnete. Sie könnte etwas erfinden oder beschönigen, doch wenn sie sich schon hier aufhalten durften, hatte er zumindest die grob umrissene Wahrheit verdient.

»Uns hat sich ein Rudel entgegen gestellt, dem selbst wir nicht gewachsen waren. Ein Kampf hätte zu viele Opfer gefordert und so sind wir gegangen und seither auf Wanderschaft.«

Tala wollte ihr Rudel nicht als schwach dastehen lassen, aber eine wilde Lüge wurde am Ende immer durchschaut. Vor allem bei so vielen Mäulern, die ein falsches Wort sagen konnten. Gerade Akai oder Alazan – Alazan vielleicht sogar noch mehr als der Welpe – wären gut darin etwas ohne gründlich darüber nachzudenken einfach auszusprechen.

»Und zu deiner zweiten Frage, sie werden dir zuhören. Niemand wird ohne meinen Befehl die Zähne einsetzen und du hast mein Wort, dass ich es nicht tun werde.«

Von der Seite schaute sie zu dem Rüden. Er konnte nicht wirklich erwarten, dass ihn das Rudel angreifen würde, oder? Vielleicht fragte er einfach aus Vorsicht oder schlechten Erfahrungen. Oder um jetzt schon ein wenig mehr darüber zu erfahren, was für Gemüter unter den Wölfen waren, denen er gleich begegnen würde.

»Und wenn du für dich eine Gefahr ausmachen würdest, wärst du dann nicht derjenige, der schnell dabei wär dein Rudel von uns in Kenntnis zu setzen? Wir sind wohl im Moment die, die Ruhe und Vorsicht walten lassen sollten.«

[Tala | Raqim | erleichtert über seine Antwort | geht zurück zu den anderen | unterhält sich mit Raqim]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 06.02.2016, 18:42

Alazan drückte, nachdem er sich dann doch für ein Schweigen entschieden hatte, die Lippen zusammen. Damit er nicht doch ausversehen noch weiter plapperte und ein vielleicht zu sensibles Thema anschnitt. Er war sehr dankbar dafür, dass Trevir sich einschaltete und das Gespräch auf etwas anderes lenkte. Und Alazan stürzte sich gleich darauf und stupste den älteren Wolf mit einem frechen Funkeln in den Augen an.

»Etwas…? Etwas in die Jahre gekommen? Du bist doch uralt.«

Er grinste und ging demonstrativ in Deckung.
Aber der Braune schwenkte noch auf ein anderes Thema um und Alazan beobachtete ihn ganz genau. Wie er von dem Schnee auf seine alte Heimat kam und davon berichtete. Von den Bäumen und dem Licht das durch die Blätter fiel und der Wärme… Auch der Jungspund blickte einen Moment versonnen ins Leere und stellte sich vor wie schön es jetzt wäre im Gras zu liegen und sich den runden Bauch wärmen zu lassen. Er wurde erst wieder aktiv als er bemerkte, wie sich auch Trev genau das vorzustellen schien und es womöglich noch mit alten Erinnerungen verwob. Alazan senkte seinen Kopf, pflügte mit der Nase durch den Schnee damit sich ein kleiner Haufen darauf bildete und sandte das weiße, kalte Zeug mitten in Trevirs Gesicht.

»Und das passiert, wenn man die Schönheit des Sommers denkt und den nervenden, frierenden Finto im Schnee vergisst. Aufwachen, hehe.«

Und er hätte auch fast etwas vergessen: Amalia und das sie offenbar nicht so einfach das Thema wechseln konnte und der aufmerksamen Fähe wohl sehr genau gemerkt hatte an welcher Stelle er vorhin aufgehört hatte zu reden. Gleich wandte sich Alazan ihr zu und war wieder ganz still. Beinahe diplomatisch war sein Nicken, als würde er erst einmal damit abschließen. Er war froh, dass sie es ihm offenbar nicht übel nahm und auch über ihre Antwort.

»Hoffentlich sagst du über uns nicht einmal das Gleiche…«

Mit schiefen Kopf sah er sie an und lächelte freundlich in ihre Richtung. Mit einem kecken Seitenblick noch auf Trevir, bevor er sich seiner Antwort ganz sicher war.

»Wir werden jetzt einfach zu deiner Familie und deiner Heimat, auch wenn wir gerade ohne Revier durch einen Schneesturm tappen. Hier kann man doch alles finden. Alte Knochen die vom Sommer träumen, Spielgefährten und Freunde und nervende und tolle Wölfe wie mich!«

Er stand auf und schüttelte sich die Flocken aus dem Pelz, die sich inzwischen darin gesammelt hatten.

»Und irgendwann besuchen wir alle Trevirs alte Heimat. Dann kann er uns das alles zeigen.«

[Alazan | Trevir und Amalia | froh über den Themawechsel, ärgert Trevir | spricht über ihre Heimat und Famiie]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 06.02.2016, 18:46

Seit einigen Wochen war Nyoko nun schon alleine unterwegs. Die ersten Tage, nachdem er Talas Rudel verlassen hatte waren nicht einfach gewesen, obwohl Nyoko eigentlich geglaubt hatte, dass es genau das sein würde: Einfach. Man musste dies nun auch von der richtigen Warte aus betrachten. Er hatte sich nicht einsam Gefühlt in diesen Tagen, er war sogar glücklich nicht mehr genervt zu werden. Aber dennoch hatte ihn das kurzzeitige Rudelleben geprägt. Er war ein Anderer geworden, auch wenn ihm das bis dahin nicht aufgefallen war. Das Rudel hatte ihm doch etwas wie Sicherheit gegeben und die Möglichkeit auch mal unachtsam zu sein. Hier draußen nun ganz alleine zu sein ließ ihn schreckhafter werden. Der Rüde schlief kaum noch und war froh, wenn er noch einmal aufwachte, nachdem er sich zum Ruhen niedergelassen hatte. Diese Angst vor den Gefahren, mochten sie auch noch so gering sein, sie waren aus seinem Gedächtnis verbannt worden. All das, wovor er sich immer in Acht hatte nehmen müssen war nicht mehr da gewesen in Talas Rudel. Aber ganz plötzlich war all dies wieder präsent gewesen und nun hatte er kämpfen müssen, dass er den Boden unter den Füßen nicht verlor.

Als die Tage aber schließlich dahingezogen waren hatte er sich allmählich wieder beruhigen können und er war einem Trott gefolgt, welchen er bisweilen vergessen hatte. Meistens verschlief er die Mittagsstunden und in der Dämmerung ging er dann auf die Jagt. Immer weiter führte ihn der Weg des einsamen Streuners und ganz langsam schien sein Innerstes zu realisieren, dass es gar nicht so viele Feinde für ihn gab, wie er anfangs gedacht hatte. Es war, als hätte er vergessen, wie er früher gelebt hatte, obgleich er wieder zurück in dieses Leben wollte. Nun, da er dieses Leben zurück bekommen hatte änderte sich sein Charakter erneut entscheidend. Er war nun ein Anderer, nicht mehr so, wie man ihn in Talas Rudel kannte, oder auch davor kannte. Er schien nun weiser geworden zu sein, schlauer und noch immer introvertiert. Nun war er mehr Harte Schale, harter Kern und dennoch bereit zu sprechen, wenn es sein musste.

Von Talas Rudel hatte er zum Glück nichts mehr gehört, oder gesehen und er war auch nicht auf die Suche gegangen, denn er fühlte endlich jene Freiheit, welche er so lange vermisst hatte. Nun allerdings fragte sich Nyoko, was er mit seinem Leben anfangen sollte. Er hatte ja im Grunde gar keine wirkliche Aufgabe, oder etwas in der Art. Er brauchte nicht kämpfen, er brauchte nicht weglaufen und er brauchte sich auch nicht rächen, denn es gab einfach niemanden. Vor Nyoko stand Leere und hinter ihm eine Geschichte aus den verschiedensten Farbtönen. Nun konnte man sich natürlich zu Recht fragen, wie der Rüde nun eigentlich glücklich sein konnte und die Antwort war ganz einfach: Er konnte er selbst sein. Es gab niemanden, für den er sich krümmen und biegen musste. Wenn Nyoko schlafen wollte, dann schlief er, wenn er laufen wollte, dann lief er und wenn er fressen wollte…Halt!

Ja gut, es gab einen Punkt in Nyokos Leben, der um einiges Schwieriger geworden war: Die Nahrungsbeschaffung. Hatte er sich vorher auf das Rudel verlassen können, so musste er nun an sich selbst glauben und ein immer besserer Jäger werden. Meistens wurden es kleinere Tiere und ein Reh hatte Nyoko wirklich schon lange nicht mehr probiert, aber das war nun einmal etwas, womit er leben musste. Auch mit der Tatsache, dass er ab und an einfach hungern musste.

Gerade streunerte der Rüde wieder umher, als er eine Witterung aufnahm und gezielt versuchte er diese zu umgehen, aber anstatt davon weg zu kommen bewegte er sich ausversehen direkt darauf zu. Er kam den Gerüchen näher und knurrte dann.

Das ist jetzt nicht wahr, oder?

Nyoko kannte diese Gerüche und er wollte so schnell es ging weg. Aber war das jetzt Zufall, oder was? Gerade stand Nyoko offen angreifbar und nicht sonderlich wundgeschützt und suchte sich ein Versteck. Er wollte nicht gesehen werden.

[nyoko I allein unterwegs I trifft zufällig auf Talas Rudel I anspielbar]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 07.02.2016, 23:21

Langsam ging Takenya zum Kadaver und riss sich ein Stück heraus. Fleisch. Wenn auch schon etwas älter und kalt, aber es war Nahrung und es würde sie am Leben halten. Es würde sie auf dieser Seite des Sturms halten, und sie nicht auf die Seite ihres Bruders, Amals und Shirains gehen lassen. Während die Schwarze versuchte, dass Fleischstück los zu reißen bemerkte sie einen fremden Geruch den der Wind ihr zu trug. Takenya zog die Lefzen hoch und begann zu knurren. Der Geruch ließ sich als Wolfsrüde einordnen. Und aus ihren Erfahrungen bedeutete es nichts Gutes, wenn ein fremdes Männchen allein unterwegs war. Fremde Rüden bedeuteten immer – wiederhole immer – eine Gefahr für Welpen und Jungwölfe und die Schwarze würde nicht zulassen, dass man Akai auch nur ein Haar krümmte.
Andererseits wäre es jedoch purer Selbstmord, wenn man hier bei diesem Sturm allein herum streunte. Vielleicht bildete sie sich den Geruch auch nur ein. Ja genau das musste es sein.

Ach Taka. Du siehst schon Gespenster. Erst Kiba im Sturm und jetzt willst du einen Wolf gerochen haben. Jetzt werd nicht albern!

Dass die Schwarze von dem Kadaver abgelassen hatte, hatte sie gar nicht bemerkt, und erst als sie auf Grund einer Schneeflocke, die ihr in die Nase geweht wurde niesen musste, realisierte sie, wie doof sie wohl gerade aussah. Naja egal. Zurück zu wichtigeren Dingen. Noch einmal verbiss sich die Fähe in dem Kadaver und riss sich ein Stück hinaus.
Am liebsten hätte sie das Fleisch mit Alazan geteilt, aber die Schwarze wusste gar nicht, wo ihr geliebter Gefährte gerade war. Sicherlich würde er mit einem der Nachzügler hier aufschlagen, insofern müsste sich Takenya um ihren verspielten Partner keine Sorgen machen. Vorerst.

Mit dem Fleischstück im Maul trottete sie zu Sakim, Leotie und Akai. Sie lächelte die beiden erwachsenen Wölfe freundlich an und nickte dann kurz, als würde sie sich bedanken wollen, dass sie sie nicht aufgegeben hatten, dann drehte sich die Schwarze und lief zu Akai. Sie legte sich neben ihren Neffen und begann an ihrem Fleischstück zu nagen.

»Weißt du,« begann sie irgendwann zu sprechen. »Ich kann verstehen, wie es momentan in dir aussieht, und ich kann und will dir Minyaki auch gar nicht ersetzen, aber ich kann dir eine Beschützerin, eine Freundin und ein Teil deiner Familie sein und bleiben, wenn du willst.«

Einen kurzen Moment schwieg Takenya, riss dann einen Fleischfetzen los und schlang diesen hinunter. Sie blickte den jungen Rüden eine Weile an, bevor sie weiter sprach.

»Ich verspreche dir Akai, ich werde immer über dich wachen und glaube mir, dein Onkel Kiba tut dies, egal wo er jetzt ist. Er wacht jetzt von dort wo er ist über dich und mich, deinen Onkel Alazan, deinen Vater und deine Mutter. Über Tala und das Rudel… Er beschützt und wacht über uns alle. Vergiss das nie! Und wenn ich einmal nicht mehr bin, dann werde auch ich dich weiterhin beschützen.«

Sie drückte ihren Neffen ganz sanft gegen den Hals und schleckte ihm einmal über die Wange.

»Merk dir folgenden Rat: Egal wie viele Lebensabschnitte, Erfahrungen oder Kilometer dich von den Wölfen, die dir nahe sind trennen, wir sind eine Familie. Man stellt sich niemals gegen seine Familie – du magst es sich aus Sakim´s Geschichten gehört haben, dass sie es damals taten – wir werden das aber niemals tun. Wir wenden uns nicht voneinander ab, wir wenden uns nicht gegeneinander. Wir sind eine Familie, und sollte uns irgendwann der Himmel auf den Kopf fallen, wir werden das überstehen, denn ein Rudel – eine Familie – ist etwas, dass zusammenhält komme was wolle, komme es mit aller Gnadenlosigkeit des Lebens.«

[Takenya | zuerst allein, dann bei Leotie, Sakim, Akai | reißt sich ein Stück Fleisch aus dem Kadaver| denkt einen Wolf zu wittern | fragt sich wo Alazan ist| geht zu Leotie und Sakim | „bedankt“ sich bei ihnen | geht zu Akai | spricht mit ihm und gibt ihm einen Rat]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 14.02.2016, 17:39

Alazan blieb weiter stehen und machte sich erst gar nicht mehr im Schnee breit. Freudiger als zuvor und weitaus positiver als noch zu Beginn der Unterhaltung – ja es war ein Unterschied wie Tag und Nacht, das Reden tat ihm mehr als gut – wedelte er sachte mit der Rute und schaute zu Amalia. Er hatte ernst gemeint was er gesagt hatte. Sie würden zu einer Familie werden. Sie waren schon ein tolles, zusammengewürfeltes Rudel und wenn sie eines konnten, dann zusammen stehen und zusammen halten. Sein Magen grummelte ein wenig, ja die bessere Laune sorgte auch dafür, dass sich der Wolfsmagen zurück meldete, und er schielte seitlich zu dem Kadaver im Schnee. Dann wieder zu den beiden Wölfen. Hatten sie eben etwas gesagt? Er war ein wenig abgelenkt, dass musste er zugeben und passte wieder einmal nicht so recht auf. Wenn etwas seine Konzentration zunichte machte, dann ein bis auf den Boden hängender Magen. Unbemerkt machte er im Schnee ein paar Schritte rückwärts und entfernte sich ein paar Zoll. Dann schaute er wieder auf den Hirsch und leckte sich die Lefzen.

»Also ich weiß ja nicht wie es euch geht… Aber ich hab einen Hunger… Mein Magen frisst sich gleich selbst auf, zumindest macht er Geräusche als hätte er genau das vor.«

Und bei so einem Lärm konnte sich kein vernünftiger Wolf unterhalten, Pah! Er leckte sich nochmal das Maul und ging vorwärts. Trevir rämpelte er im vorbei gehen frech an.

»Mal sehen ob ich dir was übrig lasse, Opi.«

Dann spurtete er los, bevor er zurück gerempelt werden konnte. Oder schlimmeres. Eigentlich kannte er Trevir nicht besonders gut und sollte sich erst einmal vorsichtig an das Maß heran tasten, an dem bei ihm der Geduldsfaden riss. Nicht jeder konnte bekanntermaßen mit gleich viel Alazan umgehen. Aber der kam ihm ziemlich cool vor. Bestimmt hatte er auch viele tolle Sachen zu erzählen.

Und kann Geschichten erzählen. Das muss ich nochmal austesten.

In einem Bogen machte er sich in Richtung des Futters auf. Aber er hatte es nicht für sich, Sakim und seine Familie waren dort und er wollte nicht stören. Er war zwar frech, aber kannte seinen Platz im Rudel und auch wenn er sich jetzt schonmal anstellte, wusste er, wann er fressen durfte. Also blieb er auf Abstand, tappte im Schnee umher und vertrieb sich die Zeit damit ein wenig durch die Gegend zu schlendern und Spuren zu hinterlassen. Dabei entfernte er sich unbemerkt wieder ein bisschen und blickte plötzlich auf.

Nanu? Was?

Nicht weit entfernt stand ein Wolf. Alazan war kurz verwirrt und starrte in das Gesicht. Der Schneefall hatte ein wenig nachgelassen, sodass er es erkennen konnte.

Das kann doch nicht… Nyoko?

Für einen Moment noch erstarrt, wedelte plötzlich die Rute wie wild und er machte einen Satz in die Luft.

»Nyoko!!«

[Alazan | Trevir und Amalia, dann allein bei Nyoko | hat Hunger und entfernt sich, bemerkt Nyoko]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 14.02.2016, 18:20

Wenn Fenris einen Knochen und Fleisch zwischen den Zähnen hatte, dann um zu fressen. Um das Futter mit den Kiefern zu lösen und auch die letzten Reste mit der rauen Zunge herunter zu schaben. Er schmeckte das alte Fleisch in seinem Maul und hunger breitete sich in ihm aus, aber er wollte in diesem Moment gar nicht fressen. Denn um das zu tun, hätte er den Griff lockern müssen und das würde er gewiss nicht tun.

Dann würde sie ja gewinnen.

Er blieb eine Moment still stehen, blickte ganz ausdruckslos auf sein Gegenüber. Für nicht mehr als einen Bruchteil einer Sekunde.

Gewinnen? Bei diesem Spiel? Du weißt das du stärker bist, sie weiß es auch. Aber darum geht es nicht, huh? Nein… Nein, denn es ist ein… Spiel…

So schnell wie es gekommen war, verschwand es auch wieder und ein weicherer Ausdruck trat in die sonst leeren Augen. Beinahe etwas wie Verständnis und der Ansatz von Freude über das veränderte Verhalten von Ayaka, das sich bereits vorher kurz in den Seelenspiegeln gezeigt hatte. Sie war zu ihm gekommen, ausgerechnet zu ihm. Ach warum tat sie das nur. Doch sie hatte gesprochen, ihr Körper zeigte ein Aufbegehren gegen die Trauer der letzten Wochen. Sie hatte wieder Mut in sich und in jeder Sekunde die sie an diesem Knochen zerrten, wirkten ihre Augen lebendiger. Sie sprach Shirain an, und Fenris lachte. Erstickt durch das, was er im Maul trug, aber nicht traurig. Nein, er war nicht traurig. Shirains tot hatte ihn ihm anderes ausgelöst als trauer und er war der letzte der um jemanden weinen würde. Viel Wut darüber, wie die Ereignisse gelaufen waren und über die Sinnlosigkeit dieses Aktes. Und nun war es Vergangenheit. Er lachte amüsiert darüber, dass ihn die Kleine anstelle von ihrer aufgedrehten Freundin fit halten wollte.

»Ich bin fon immer fit! Fo ein kleines Wölffen wie du foll mich fit halten? Ha!«

Er stachelte Ayaka ein wenig ein und musste bemerkten, dass sie die Richtung geändert hatte und er sich sachte um die eigene Achse gedreht hatte ohne es zu bemerken. Die Überraschung blitzte in seinem Antlitz aus. So lange, dass er sicher sein konnte, dass sie es bemerken würde.

»Klugef kleinef Wölffen…«

Fenris zog Ayaka ein Stück hinter sich her und drehte sich dabei leicht. Ein wirklich komischer Tanz… Durch das Sprechen hatte sich das Fleisch unter seinen Zähnen leicht gelockert und das Gewicht von Ayaka, auch wenn es nicht so viel war wie bei anderen, reichte damit immer mehr Fasern zwischen seinen Zähnen rissen. Ayaka hatte einen Knochen, er mehr Fleisch und das gab allmählich nach…

[Fenris | Ayaka | spielt das Spiel mit und hat Spaß daran]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 14.02.2016, 20:06

Talas Antwort sorgte dafür, dass Raqim ihr Rudel als nicht besonders stark einschätzte. Vielleicht gab es den ein oder anderen ebenbürtigen Rüden aber der Rest musste unerfahren oder schmächtig sein. Weshalb sollten sie sonst unterlegen gewesen sein? An der Anzahl der Mitglieder konnte es kaum liegen. Also musste er sich keine Sorgen machen einfach so in die Gemeinschaft reinzuplatzen. Welch angenehmes Gefühl. Aber waren diese Flüchtlinge wirklich geeignet? Er zwang sich nicht frühzeitig zu zweifeln. Das Versprechen keinen Angriff als Befehl zu geben, nahm Raqim der Weißen sofort ab. Falsch war sie nicht, sagte ihm seine Intuition. Allein ihre unschuldige Frage untermauerte seinen Eindruck wieder. Beinahe erheiternd brachte es ihn zum Lachen.

»Ihr müsst wirklich ein harmonisches Rudel sein. An etwas wie jemanden für Verhandlungen festzuhalten, scheinst du immerhin nicht zu denken.« Er wurde etwas ernster und fuhr fort. »Es gab einmal einen Versuch jemanden von uns abzusondern. Sie wollten ihn als Sicherheit um gefahrlos durch das Revier passieren zu können. Allerdings haben sie nicht damit gerechnet, dass auf die Geisel ihre Wirkung verfehlen würde.«

Nicht ganz ohne Grund erzählte er diese untreue, dafür wahre Geschichte. Er wollte Vertrauen aufbauen und hatte kaum etwas zu verlieren. Nur weshalb genau er es tat, verschloss er in sich. Zeitpunkt und die richtige Komponente würden schon aufeinander treffen. So wie langsam und immer stärker die Gerüche der anderen Wölfe in Raqims Nase drangen. Seine Haltung wurde erhabener. Sein Selbstbewusstsein strahlte heraus. Auch wenn er fremd war, erwartete er einen gewissen Respekt. Allein schon für seinen Pelz, der momentan besonders dicht und weich war durch die kalten Temperaturen. Raqim wirkte so auch größer als er eigentlich war. Gespannt auf die Reaktion der anderen bewegte er sich weiter neben der Weißen.

[Tala I merkt, dass er die Fremden nicht fürchten muss I gibt Tala weiteren Denkanstoß I geht selbstbewusst neben der Amarun zum Rudel]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 15.02.2016, 23:52

Während er sich doch noch dazu durchrang den nunmehr fast geschmolzenen Schnee durch beherztes Kopfschütteln abzuwerfen wurde er unversehens auch noch von dem schwarzen Energiebündel angerempelt.
Als er sich wieder gefangen hatte schnappte er spielerisch nach der sich längst außer Reichweite befindenden Rute des Fintos, der Form halber begleitet von einem tiefen, drohenden Knurren, obwohl dieser das wohl kaum noch bemerken würde. Aufgestanden war er dafür nicht, so weit würde es noch kommen! Naja, wenn Amalia nicht wäre würde er vermutlich schon hinterher springen und dem Jungspund mal zeigen wozu er noch so in der Lage war gestand er sich ein, aber er konnte sie ja nicht einfach so hier sitzen lassen.

»So plötzlich wie er gekommen ist ist er auch wieder verschwunden«

meinte der Rüde nachdenklich und mit zur Seite geneigtem Kopf blickte er den schwarzen Hinterläufen nach. Damit schob er jeden weiteren Gedanken an den Flüchtigen zur Seite und wandte sich wieder Amalia zu.

»Wir werden sehen was die Zukunft bringt aber fürs Erste sollten wir uns vielleicht doch ein wenig stärken. Nicht, dass der Kleine seine Drohung wahr werden lässt. Dann müsste es heute wohl ungezogenen Finto geben statt eines tief gefrorenen Hirsches, sehr bedauerlich..«

sagte Trevir und leckte sich bei den letzten Worten einmal kurz über die Schnauze als könnte er es gar nicht erwarten. Dann fiel ihm noch etwas ein und er suchte den Blick der verschieden farbigen Augen der Fähe.

Wie sie wohl an dieses Rudel geraten ist?

überlegte er. Fragen würde Trevir nicht, so weit wollte er dann doch nicht gehen. Dafür würde es gewiss einen besseren Zeitpunkt geben und vergangenes konnte im ja schlecht weglaufen. Stattdessen erhob er sich und schüttelte den Schnee ab.

»Würdest du dich dazu überreden lassen die selbst gewählte Isolierung aufzugeben und dich an meiner Seite in das Chaos dort vorne zu stürzen?«

abwartend blieb er stehen wo er war und blickte sie fragend an.

[Trevir | bei Amalia | schlägt vor doch mal langsam etwas zu fressen ]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 16.02.2016, 22:51

Akai freute sich als sein Papa mit einem Stück Fleisch neben ihm Platz nahm, es tat ihm wirklich gut, seine Familie um sich zu haben. Wieder musste er an Minyaki denken, sie fehlte einfach, ob es wohl für immer so bleiben würde, wenn sie nicht zurückkehrte oder würde der Schmerz irgendwann verschwinden oder wenigstens weniger werden. Akai wusste es nicht. Tief atmete er ein und wieder aus und bearbeitete währenddessen das Stück Fleisch mit seinen Zähnen, es tat ihm wirklich gut, wieder einmal etwas in seinen Magen zu bekommen, aber wie sollte es nur weitergehen, würden sie ewig wandern müssen und ständig hungern oder würden sie irgendwann endlich mal ein Revier finden. Plötzlich legte sich auch Takenya neben ihn und Akai schaute sie an, froh das sie bei ihm war und nicht verschwunden war und nun auch noch fraß. Ein Glück… dachte er und fühlte Wärme in sich aufsteigen, dann begann sie zu sprechen. Ihre Worte erfüllten ihn sehr mit Wärme, obgleich sein ihn auch traurig stimmten. Minyaki… dachte er abermals wehmütig und fühlt ein Gemisch aus Wärme und Trauer in seinem Körper. Schweigend hörte er ihr zu, abwartend, dass sie ihm Zeit lassen würde zu antworten, ein leichtes Lächeln fuhr über seine Lefzen, als sie sich gegen seinen Hals drückte und ihm über die Wange schleckte. Die Worte, welche sie sprach taten wirklich gut und schließlich, als die Fähe geendet hatte, nickte der junge Rüde und überlegte was er darauf antworten sollte. Schließlich nach einer ganzen Weile hatte er die Worte gefunden, kurz bevor er sie aussprach, aß er das restliche Fleisch auf, danach sah er Takenya fest in die Augen und seine Worte klangen kraftvoll als er sie aussprach:

»„Ich werde mich niemals gegen meine Familie stellen, denn ich liebe meine Familie und ihr seid mir alle unendlich wichtig, du, Papa, Mama und auch Minyaki… Ich werde immer für euch kämpfen und immer für euch da sein und euch niemals aufgeben. Ich finde den Gedanken, dass du immer bei mir sein und mich beschützen wirst, wirklich wundervoll, aber du warst schon immer eine Freundin und ein Teil meiner Familie für mich. Daran hat sich nie was geändert und wird sich auch nie etwas ändern…“«

Nach diesen Worten erhob Akai sich und fuhr mit seiner Schnauze kurz durch Takenyas Fell, er nahm diesen unveränderlichen Geruch eines jeden Individuums in sich auf und spürte wie gut ihm das tat. Danach schaute er kurz zu seinen Eltern. Immer wieder verspürte er die Erleichterung in sich, dass sie immer noch bei ihm waren, nach diesem Blick und diesen Gedanken legte er sich wieder zurück an seine Platz.

[bei Leotie, Sakim und Takenya | antwortet Takenya | fährt ihr schließlich mit seiner Schnauze durchs Fell | legt sich danach wieder an seinen Platz]

Re: Kapitel V – Eiseskälte » 17.02.2016, 08:32

Amalia beobachtete die beiden Rüden mit versteckter Neugier und wartete was sie wohl als nächstes tun würden. Ihre Augen verfolgten amüsiert das Verhalten des Finto, der Trevir ziemlich frech uralt nannte und ihn anschließend auch noch mit Schnee voll warf. Es war für Amalia etwas vollkommen neues, ein so lockeres Verhalten der beiden zu sehen. In ihrem alten Rudel hatten sich Jungwölfe so etwas gegenüber Altwölfen nicht wirklich getraut und wenn doch, dann reagierten diese zumindest nicht so gelassen.
Der Jungwolf merkte jedoch scheinbar auch, dass Amalia das vorherige Thema nicht ohne einen weiteren Satz darüber einfach ignorieren konnte, und wurde mit einem mal wieder ganz still und wandte sich zu ihr. Auch aus ihren Augen verschwand daraufhin wieder der leicht neugierige und amüsierte Ausdruck, während sie ihren Kopf leicht anhob und ihn eingehend betrachtete. Sie war gespannt was er wohl darüber sagen würde. Aber der erste Satz überraschte sie dann doch und sie senkte ihren Kopf leicht, wollte sie doch keinesfalls so wirken, als würde ihr dieses Thema wirklich nahe gehen und sie würde Wert darauf legen, was Alazan über das andere Rudel und ihren Standpunkt dazu sagte. Schließlich konnte er frei reden und sie würde ihm keines seiner Worte übel nehmen.

Ich hoffe es auch, Alazan..

dachte sie bei seinen ersten Worten im Stummen, sagte dazu jedoch nichts sondern senkte ihren Kopf nur zu einem leichten Nicken. In ihren Augen lag ein deutlich freundlicherer Ausdruck als noch vor wenigen Augenblicken, da auch er seine Aussage schließlich mit einem Lächeln ein wenig entschärfte. Nach einem weiteren Blick zu Trevir sagte der Finto schließlich aber genau das, was Amalia sich schon gedacht hatte und was sie nun doch wieder überraschte. Sie sollte zu dieser Familie gehören und in dem Rudel eine neue Heimat finden? Fast schon ein wenig irritiert über diese Aussage, legte die weiße Wölfin ihren Kopf schräg, auch wenn sie sich ihre Gefühle nicht anmerken ließ. Es war ja nicht einmal so abwegig, da sie nun schließlich ein Teil dieses Rudels war, aber sie konnte es sich bisher lediglich nicht vorstellen. Sie hatte noch nie eine Familie oder gar eine Heimat gehabt, aber das was dieses Rudel hatte... nun, vielleicht würde sie ja wirklich irgendwann dazu gehören.

Dennoch schwieg sie schließlich einfach und zeigte keinem der beiden, ob diese Worte sie überhaupt näher erreichten, sondern nickte anschließend erneut leicht, als der junge Wolf Trevirs Heimat ansprach und sagte, sie würden sie dann irgendwann alle besuchen. Das klang zumindest mal nach einem guten Plan, auch wenn niemand von ihnen wusste, ob sie dann überhaupt noch bei dem Rudel oder am Leben sein würden. Aber das könnte auch einfach Amalias negative Sicht auf Dinge, die die Zukunft betrifft, mit sich führen.
Die Fähe bemerkte im nächsten Moment., wie Alazan ein wenig abgelenkt wirkte und scheinbar zu irgendetwas hinüber schielte. Sie folgte seinem Blick unauffällig und entdeckte daraufhin den Kadaver. Wenn der junge Rüde Hunger hatte, sollte er doch einfach gehen. Was er auch im nächsten Moment tat, kurz nachdem er dies noch einmal laut verkündete. Amalia folgte dem Jungspund kurz noch mit ihrem Blick und bemerkte daraufhin, dass er gar nicht zu dem Kadaver ging, sondern sich schließlich einfach entfernte. Hatte er es sich wohl doch noch anders überlegt. Aber weshalb? Die Weiße hatte da schon eine Vermutung, wurde jedoch abgelenkt, als Trevir seine Stimme erhob.
Aus Spaß hatte er zuvor auf die Frechheit des Jüngeren ein Knurren ausgestoßen.

»Er ist scheinbar wirklich ein kleiner Wirbelwind«

meinte Amalia auf seine Worten lediglich und blickte ihn von der Seite her an, als er den Vorschlag machte, dass sie sich etwas stärken sollten. Der Blick der Fähe glitt erneut zu dem Kadaver und sie musterte die Wölfe, die sich in seiner Nähe befanden, kurz unauffällig. Normalerweise hätte sie bei der Anzahl von Wölfen sofort nein gesagt und wäre lieber hier gewesen, auch wenn auch sie natürlich Hunger hatte, doch diesmal zögerte sie ein wenig. Vielleicht auch einfach, weil sie wusste wie schlimm es um einen stand, wenn man sich bei diesem Wetter nicht stärkte. Und wer wusste schon, wann sie das nächste Mal etwas zu fressen finden würden?

Neben diesem Bedürfnis hatte Amalia aber immer noch ein leicht ungutes Gefühl, schon seit sie hier ihren Rastplatz verkündet bekommen haben. Sie konnte es sich nicht erklären, aber das Tala Khazé sich nun schon etwas länger weiter entfernt vom Rudel aufhielt, machte dieses Gefühl nicht gerade besser. Denn dies war der aufmerksamen Fähe sicher nicht entgangen und auch wenn es ganz natürlich war sich mal etwas weiter vom Rudel zu entfernen um seine Ruhe zu haben - sie tat ja genau dasselbe - so wirkte es einfach nicht normal für eine Wölfin wie Tala. Zumindest nicht so lange, aber das würde sich sicher noch klären.

Amalia hatte ganz in ihren Gedanken vergessen, dass sie ja gar nichts auf Trevirs Worte gesagt hatte, und wandte nun schnell wieder ihren Blick und damit auch ihre Aufmerksamkeit dem Rüden zu. Eben dieser blickte auch sie unverwandt an und als ihre verschiedenfarbigen Augen in Trevirs blickten, meinte sie auch eine stumme Frage in ihnen erkennen zu können. Was ihm wohl gerade durch den Kopf ging? Solange er die Frage nicht stelle, konnte Amalia diese jedoch auch noch nicht beantworten und sie bezweifelte, dass er auch nur irgendeine Antwort in ihren undurchdringlichen Augen sehen konnte, die ja auch sonst keine Gefühle widerspiegelten, solange die Fähe dies nicht wollte. Als der Rüde schließlich jedoch wieder die Stimme erhob und sie nun direkt fragte, ob sie mit ihm zum Kadaver gehen würde, legte Amalia ihren Kopf erneut leicht schräg und betrachtete ihn noch einige Sekunden stumm.
Im nächsten Moment erhob sie sich dann jedoch auch und blickte noch einmal kurz zu den Wölfen am Kadaver.

»Weil du es bist, könntest du mich vielleicht tatsächlich überreden, aber nur wenn du lieb Bitte sagst.«

meinte die Fähe mit ernstem Gesicht und blickte ihn kurz unverwandt an, ehe sich mit Absicht ein leichtes Zucken auf ihren Lefzen bemerkbar machte und sie ihm zur Verdeutlichung noch zuzwinkerte. Ein Scherz war oftmals aber auch einfach die beste Möglichkeit, die eigene Unsicherheit zu überspielen und auch wenn es ziemlich banal klang, so wollte Amalia tatsächlich nicht ihre selbst gewählte Isolierung aufgeben, solange dort in ihren Augen doch einige Wölfe waren. Es könnte an den Erfahrungen mit solchen Situationen liegen oder einfach an ihrer Art. Im nächsten Moment wurde ihr Gesichtsausdruck jedoch auch wieder ernster und sie hob ihren Kopf leicht, die Mühe sich den Schnee vom Pelz zu putzen machte sie sich erst gar nicht. Stattdessen nickte sie nur und blickte erst zu Trevir und dann erneut zum Kadaver.

»Von mir aus können wir uns ins Chaos stürzen.«

Die weiße Fähe lief bereits mit diesen Worten langsam voran und wartete nur kurz, bis Trevir sich ihren Schritten angeschlossen hatte.

[Amalia | erst bei Alazan und Trevir, dann nur Trevir |stimmt seinem Vorschlag zu und geht langsam Richtung Kadaver]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 17.02.2016, 17:00

Nyoko hatte sich mittlerweile umgedreht und hatte sich ein paar Meter von seiner vorherigen Stelle entfernt. Dann dachte er darüber nach, wie er das Rudel nun am besten umgehen könnte, denn unnötige Konfrontationen wollte er um jeden Preis vermeiden. Er wusste nicht, wie weit die Wölfe verstreut waren, aber er würde sich am Geruch orientieren können und dann wäre er so schnell es ging wieder aus dieser Gefahrenzone raus.
Das Ganze war ja ziemlich doof gelaufen. Dennoch, trotz allem kamen in ihm die Gedanken auf und er überlegte, wie es gewesen war in diesem Rudel zu sein. Wie gesagt, es gab nicht nur schlechte Dinge, auch wenn er sich diese versuchte auszureden. Er wollte sich nicht eingestehen, dass es auch irgendwie einen positiven Effekt gehabt hatte den Schutz von anderen Wölfen hinter sich zu haben. Alleine kam er auch sehr gut klar und dennoch lebte er in größerer Gefahr, als in einem Rudel. Vor allem würde er wirklich alles dafür geben mal wieder ein größeres Wild zu fressen, als immer nur Hasen und andere kleinere Beutetiere.
Aber ein Wolf, der nachtrauerte war Nyoko nun einmal nicht und deswegen machte er sich wieder auf den Weg, aber zu früh gefreut. Anstatt unbemerkt zu bleiben hörte er seinen Namen, laut und überdeutlich hörbar. Er versuchte zu ignorieren, aber es würde vermutlich sowieso nichts bringen, zumindest nicht bei genau jenem Wolf, der sich scheinbar ziemlich zu freuen schien. Manchmal wünschte Nyoko sich, dass er ein rein weißes Fell besitzen würde, denn mit diesem würde er sich sicherlich gut tarnen können.

Der bunte Rüde drehte seinen Kopf und sah einen Moment in die Ferne, dann aber blickte er zurück zu Alazan. Ach was solls, er hatte den jungen Rüden irgendwie immer ein bisschen gemocht und dieser war nicht so schlimm, als wenn plötzlich Tala, oder Kiba vor ihm auftauchen würden. Deswegen und nur deswegen kam er auf Alazan zu. Zwar zeigte er kein Lächeln und dennoch wirkte er auch nicht, als würde er sofort die Flucht ergreifen wollen.

»Alazan, schön das es dir gut geht. Was tust du hier in der Gegend?«

Das hier sollte einfach ein kurzer Smalltalk werden und wenn Alazan dann zufrieden wäre, weil er nicht ignoriert wurde, würde er schon wieder gehen und Nyoko könnte abhauen, so erhoffte er sich das Ganze zumindest.

[Nyoko I wird von Alazan entdeckt I spricht Alazan an, um nach einem kurzen Gespräch unbemerkt gehen zu können (zumindest erhofft)]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 19.02.2016, 21:51

Beinahe sprang die Dreibeinige zurück, aber der Blick ihres Mitspielers hinderte sie. Etwas Ungewohntes lag in den gelben Tiefen dieses Augenpaares. All die Zeit war es verborgen gewesen, wie unter einer trüben Wasseroberfläche. Nun wirkte es als habe sich das Wasser beruhigt, so dass hell und klar Ausdruck in Fenris‘ Seelenspiegeln deutlich erkennbar war. Ayaka interpretierte es als Lebensfreude, die sie nie in dieser Form bei dem Rüden gesehen hatte. Dadurch veränderte sich die gesamte Ausstrahlung des Grauen. Sein muskulöser Körper wirkte leichter. Die Bewegungen waren fließender, weniger angespannt. Sogar ein wenig jünger wirkte der Baika, welcher gerade lachte. Ein offenes, nicht unterdrückt beherrschtes Lachen wie sonst. Nie hatte die Fähe sich Gedanken über die Vergangenheit eines Rudelmitgliedes gemacht. Ihrer Meinung nach waren nur die Gegenwart, sowie das gegenwärtige Handeln wichtig. Der Charakter eines jeden war nur die gesamte Form eines Bündels aus vergangenen Erinnerungen, Entscheidungen und Erlebnissen. Und nun hatte Fenris es gemeistert, dass sie ihre eigene Regel brach.

Was ist passiert, dass du dich selbst so einsperrst?

An ihre Ohren drangen seine Worte, die losgelöst von allem sonst heraus kamen. Mit vielem hatte die Bunte gerechnet. Dass ihr Vorhaben so viel ans Licht bringen würde, war weder beabsichtigt, noch geplant gewesen. Es freute und erschreckte sie zugleich. Aber seine Neckerei brachte die Dreibeinige zurück in die Spielsituation. Wie aus einem Traum geweckt, blickte sie den Rüden an, ehe sie verspielt knurrte.

»If bin viel flinker alf fu! Du Plüfwolke bift viel fu träge!«

Dabei war es die Fähe selbst, die gerade herumgeführt wurde. Die Kraft des Baikas zwang sie nach vorn zu gehen. Egal wie sehr die Fähe sich dagegen warf. Mit einem Mal fiel die junge Wölfin nach hinten. Sie landete im hohen Schnee mit dem Knochen im Maul. Der Knochen war vom Fleisch gelöst. Die bernsteinfarbenen Augen suchten den Grauen, welcher den Fleischbrocken im Maul trug. Das Spiel hatte (zumindest für Ayaka) immer noch bestand. Sie rappelte sich auf, ließ den Knochen achtlos im Schnee liegen und lief auf den Baika zu mit dem Motiv, sich eines seiner Ohren zu schnappen.

»Bin gespannt wie Plüschwolken schmecken« , rief sie ihm dabei grinsend entgegen.

[Ayaka I Fenris I fragt sich, was Fenris in Vergangenheit passiert ist I findet zurück ins Spiel I Fleisch reißt entzwei I will sich Fenris‘ Ohr zum Spielen schnappen]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 21.02.2016, 12:33

Sein Kopf folgte den Bewegungen der Fähe als sie an ihm vorbei schritt.

»Und dabei wollte ich mich gerade vor dir in den Staub werfen«

meinte er beiläufig und zuckte kurz mit den Schultern bevor er sich erhob und sich ihr anschloss.

»Eine einmalige Gelegenheit die du dir da hast entgehen lassen«

fügte Trevir breit grinsend hinzu während sie die paar Meter zu dem Kadaver zurücklegten. Die meisten waren bereits fertig mit dem Fressen oder hatten sich zumindest etwas aus dem Kadaver herausgerissen und unterhielten sich ganz in der Nähe aber das ging ihn vermutlich ohnehin nichts an selbst wenn er versucht hätte in das Gespräch hinein zu finden. Ohnehin hatte sich ihre Gruppe schon wieder merklich ausgedünnt und von dem Kadaver war auch nicht mehr besonders viel übrig geblieben, obwohl einige Wölfe noch gar nicht bis zu ihnen vorgestoßen waren.

Was der alte Zausel Bran bloß treibt? Als ich das letzte Mal nachgesehen habe sah er noch recht fit aus

überlegte er kurz. Auch mit seinem ärgsten Konkurrenten um den Titel des Opawolfes hatte er kaum ein Wort gewechselt seit dem Kampf.

Er wird schon wieder auftauchen

fügte er in Gedanken noch unbekümmert hinzu bevor er seine Fänge gierig in den Hirsch schlug, oder das was davon noch übrig geblieben war. Es wäre niemandem damit geholfen, wenn er sich zu Tode hungern würde. Wie nicht anders zu erwarten war das fleisch in seinem Maul alles andere als warm und sonderlich frisch nun auch nicht unbedingt aber vermutlich hätte er auch einen halb verrotteten Hasen als Festmahl anerkannt.

»Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich mal so über ein totes Stück Fleisch freuen würde«

meinte Trevir zwischen zwei Bissen zu Amalia und fügte dann noch hinzu

»Aber ich denke trotzdem zum Aasfresser bin ich nicht geboren. Da ist es mir doch lieber wenn das Blut noch warm ist und einem über die Schnauze läuft«

Dabei zog er die Lefzen hoch, so dass sein Gebiss gut zur Geltung kam.

»Und so ein Grinsen kommt dann auch gleich viel überzeugender rüber...«

murmelte der Rüde ein bisschen enttäuscht und riss sich noch ein kleines Stück aus dem Kadaver bevor er sich mit seiner Beute neben den toten Körper legte und sie in kleinen Bissen verschlang, um das Ende möglichst lange hinauszuzögern.

[ Trevir | geht mit Amalia zum Kadaver | frisst und unterhält sich weiter mit ihr ]
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