Silverice Wolves

Wir sind ein Wolfs-RPG.

Kapitel V – Eiseskälte

Das Rollenspiel und Off-Play Bereich

Re: Kapitel V – Eiseskälte » 11.06.2016, 13:51

Von Amalias Blick gelenkt hatte Trevir sich ebenfalls nach dem Fremden umgesehen und saß nun, als er sich wieder der weißen Fähe zuwandte, einem völlig Fremden Wolf gegenüber. Amalia konnte nicht recht beschreiben, welche Gefühle dies nun in dem Rüden weckte und ob er überhaupt über einen solchen Umschwung überrascht war, aber enttäuscht wirkte er für einen kurzen Augenblick auf jeden Fall. Dann änderte sich seine Miene ein wenig und hätte Amalia es nicht besser gewusst, würde sie meinen ihre Worte wären ihm egal gewesen. War dies seine Art mit so etwas umzugehen? Die Wölfin konnte nicht verhindern, dass sich ein ungutes Gefühl in ihr breit machte, als würde es ihr leid tun, ihn so vor den Kopf gestoßen zu haben. Dabei war das doch völlig normal. Sie hatte so etwas in ihrem alten Rudel andauernd gemacht, warum sollte sie jetzt also damit aufhören? Ab einem gewissen Punkt konnte man mit ihr einfach nicht mehr spaßen. Mit irgendeinem Thema war bei ihr immer Schluss. Aber vielleicht konnte man dies in diesem Rudel nicht. Vielleicht war es hier falsch, zu lügen und sich hinter einer Maske zu verstecken.
Amalia ließ ihren Blick kurz über das Rudel schweifen, über alle Wölfe, die sie in diesem Schneesturm im Moment erkennen konnte, und ihr wurde etwas bewusst. Diese Wölfe waren nicht nur ein Rudel, sie waren eine Familie. Sie gehörten zusammen und hatten schon so viel durchgestanden, dass selbst ein fremdes Rudel wie das Hundsblutrudel sie nicht auseinanderreißen konnte. Selbst der Tod ihrer Rudelmitglieder schweißt sie nur noch mehr zusammen. Und sie kommt daher, hilft ihnen und denkt sich dann, sie könne sich mit diesem Rudel irgendwie arrangieren. Der weißen Fähe wurde bewusst, dass dies hier nicht möglich war. Sie konnte nicht einfach nur helfen und ihre Aufgaben übernehmen, sie konnte sich nicht hinter ihren Masken verstecken und weiterlügen, wenn sie dazugehören wollte. Denn sonst würde sie auch hier immer eine Fremde bleiben. Und der Fähe wurde noch etwas bewusst. Sie konnte dies einfach nicht. Sie würde nicht einfach über ihren Schatten springen und ihre Maske ablegen können. Vielleicht zeigte Trevir sein Bedauern nicht und würde auch weiterhin mit ihr sprechen. Aber wie würden die Anderen reagieren, wenn man sie so vor den Kopf stoßen würde? Vielleicht würden sie Amalia dann sofort meiden, auch einfach weil sie ihnen zu kompliziert war.
Die Fähe erlaubte es sich noch einen Moment auf das Rudel zu blicken, bevor ihre Augen wieder zu Trevir blickten. Dieser hatte sich kurz gestreckt und nun von ihr abgewandt, während er in Tala Khazés Richtung lief.

»Es tut mir Leid, Trevir. Ich glaube, ich kann so etwas einfach nicht.«

Ihre Stimme hörte sich in ihren Ohren seltsam fremd an, noch immer so sanft und doch ruhig wie immer, und doch meinte sie eine seltsame Ehrlichkeit und auch leises Bedauern herauszuhören, nur ganz leicht. Würde man nicht hinhören, würde man es kaum bemerken. Sie sprach mit Absicht laut genug, dass Trevir sie noch verstehen konnte, wenn er denn wollte. Er hatte sich noch nicht allzu weit entfernt und lief auch nicht so schnell, doch aufhalten wollte Amalia ihn auch nicht. Sie hatte einfach den Drang verspürt, ihm dies zu sagen, auch wenn sie nicht wusste, weshalb. Auch wurde ihr bewusst, dass sie nicht klar definiert hatte, was sie wohl nicht konnte. Vielleicht war es der Umstand, dass sie kein lockeres Gespräch im Beisein eines Fremden führen konnte oder dass sie einfach nicht zu einem Rudel gehören konnte. Aber vielleicht war es auch etwas vollkommen Anderes. Im Grunde spielte es keine Rolle.

Noch einen Moment länger ruhte ihr Blick auf dem Rüden und glitt anschließend erneut kurz über die Umgebung, als würde sie sicherstellen wollen, dass auch niemand zu ihr blickte. Dann erhob sie sich langsam und wandte sich von den Wölfen vor ihr ab, um mit ruhigen Schritten in die entgegengesetzte Richtung in den Schneesturm zu laufen. Die Mühe, sich den Schnee vom Pelz zu schütteln, machte sie sich erst gar nicht. In wenigen Schritten wäre sie sowieso wieder voll davon und weder störte es sie, noch sah man die kleinen weißen Kristalle auf ihrem schneeweißen Fell. Sobald sie wenige Meter entfernt wäre, würde man ja nicht einmal sie selbst mehr sehen können. Doch sie hatte es nicht eilig. Amalia wusste nicht, wohin sie gehen sollte, aber sie wollte dieses Rudel allein lassen. Sie wäre nun keine Hilfe mehr, sondern nur ein weiterer Wolf, der ernährt werden müsste und mit dem Rudel wanderte, ohne wirklich dazuzugehören. Und es war nicht einmal schlimm, wieder alleine zu sein, wie sie nach einigen Schritten merkte. Der kalte Wind und Schnee, welche an ihr vorbeizogen, schienen den Schneesturm in ihrem eigenen Inneren langsam wieder zu beruhigen und seit langer Zeit spürte sie nun wie sie einen wirklich klaren Kopf bekam und all die Sorgen und Probleme für den Moment einmal fallen ließ. Sie waren nicht verschwunden, nur ausgeblendet, aber es half in diesem Augenblick wirklich. Die Fähe blickte sich auch nicht um, als sie einige Schritte gelaufen war, sie wusste, dass sie das Rudel nun nicht mehr sehen konnte. Ruhig setzte sie eine Pfote vor die andere und fiel nach einigen weiteren Metern sogar in einen leichten, langsam Trab.

Dass sie ging konnte man nennen wie man wollte, aber in Amalias Augen war es einfach das Beste. Für sie und für das Rudel. Vielleicht trug sie auch nicht unbegründet zwei verschiedenfarbige Augen. Das eine stand für die Seite in ihr, die Normal war und ein Rudel wollte. Die Seite, die dazugehören wollte und gerne in Gesellschaft anderer war. Und dann noch das andere Auge, dass für ihre unabhängige Seite stand und von ihrer Einsamkeit berichtete, in der sie sich aber gerne befand. Die Seite, welche für die Fähe stand, die einfach in kein Rudel passte und anders war als die anderen. Und vielleicht bestand die Stärkste ihrer Masken einfach aus einer Fähe mit zwei dieser anderen Augen, ohne den normalen Teil. Vielleicht ermöglichte ihr dies einfach keine Möglichkeit zum Zusammenleben mit einem Rudel oder gar zum Führen einer normalen Unterhaltung, ohne dass sie sich verstellen musste und sofort wieder ihre Maske änderte, sobald jemand Neues in ihr Blickfeld trat.
Und möglicherweise hatte der alte Rüde, dem sie vor langer Zeit einmal begegnet war, sogar Recht, als er sie damals als Schattenblüte bezeichnete. Er hatte es nur falsch verstanden. Vielleicht war Amalia wirklich eine freundliche und überaus angenehme Fähe, die sich nur im Schatten hinter all ihren Masken versteckte. Irgendwann würde sie es wissen. Irgendwann würde sie vielleicht sogar ihre Erinnerungen wiederbekommen, auch wenn sie sich im Moment nicht sicher war, ob sie dies wollte oder nicht. Genauso gut könnte sie irgendwann einmal wieder dem Rudel der Silvericewolves begegnen. Es waren Dinge, die sie momentan nicht wusste, aber auch nicht wissen wollte. Das würde schon die Zeit mit sich bringen.
Und im Moment war es einfach nicht die Zeit für sie in einem Rudel zu leben. Ruhig und sicher, ohne ein Ziel vor Augen zu haben, setzte die schneeweiße Wölfin ihre Schritte fort, während sich ihre verschiedenfarbigen Augen wie von selbst Richtung Himmel richteten und den Schneeflocken dabei zusahen, wie sie auf die Erde fielen. Wie auch diese kleinen Eiskristalle, würde sie irgendwann ihren richtigen Platz finden. Es dauerte nur noch ein wenig. Und bis dahin, würde sie weiterlaufen, wie sie es schon seit ihrem Erwachen getan hatte.
Nur einen Moment lang gönnte sie sich Ruhe und verharrte auf einem kleinen Hügel einen Augenblick. Und als sie die Augen schloss und nur noch den Wind und Schnee in ihrem Pelz fühlen konnte, in vollkommener Ruhe, spürte sie, dass sie das richtige tat. Kurz verspürte sie sogar den Drang zu Heulen um den Wölfen des Rudels von ihrer Entscheidung mitzuteilen und sich zu verabschieden, doch sie würden es schon froh genug merken und sie wollte nicht die Gefahr eingehen, damit das fremde Rudel auf sich oder Talas Rudel aufmerksam zu machen. Außerdem war sie noch nie Jemand von vielen Worten gewesen und hätte es nur aus Höflichkeit getan. Also unterdrückte die Fähe den Impuls und lief lautlos weiter durch den Schneesturm.

Es gab für alles eine Zeit und auch wenn ihre Zeit bei dem Rudel der Silvericewolves sehr kurz war, möchte sie diese doch nicht missen und war froh, ihnen beigestanden zu haben, als sie es konnte. Dieses Rudel war etwas so besonderes, das hatte sie sofort bemerkt und das würde auch jeder merken, der sie zu Augen bekam. Und Amalia wünschte Ihnen im Stillen alles Gute für ihren weiteren Weg, egal wohin er auch führen sollte.

[Amalia I entschuldigt sich bei Trevir I wendet sich vom Rudel ab und verlässt es ohne ein weiteres Wort I wünscht ihnen im Stillen alles Gute für ihren weiteren Weg I letzter Post]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 12.06.2016, 22:23

Nyoko wartete noch immer auf eine Antwort Alazans, als seine Ohren zuckten und interessiert drehte er diese in alle Richtungen. Auf einmal nahm er einen Geruch war und seine Augen verengten sich. Seine Ohren legten sich flach nach hinten und ein tiefes Grollen glitt durch seine Kehle. Nyoko sagte zu Alazan, das dieser ihm auf gar keinen Fall folgen dürfte und ging dann los. Während er lief kamen die verschiedensten Gefühle in ihm hoch. Hass, Verrat, Wut, aber auch Trauer und tiefste Verzweiflung. Nyoko folgte dem Geruch und ließ das Rudel hinter sich. Mit einem mal wünschte er sich, seine Schritte würden ihn nicht so schnell von den anderen weg bringen, aber er konnte nicht anhalten, es funktionierte einfach nicht und so steuerte er immer weiter. Irgendwann war der Geruch dann da, ganz stark und so bitter, als hätte man Nyoko Brennnesseln zu fressen gegeben brannte sein Hals. Die Beine, eben noch schwer wie Blei wurden nun weich und zittrig. Dann plötzlich tauchte der Gesuchte vor ihm auf. Sofort bleckte dieser die Zähne und knurrte bedrohlich.

»Na sieh mal einer an, der süße Nyoko!«

Wut machte sich in Nyoko breit und er sah in das so gehasste Gesicht des Wolfes, der sein Leben zerstört hatte. Wie hatte Nieve ihn gefunden? Hatte er Nyoko gesucht, oder war dies nun Zufall? Viel Zeit, um darüber nachzudenken bekam Nyoko allerdings nicht, denn Nieve sprang los und griff Nyoko an, dieser konnte im letzten Moment ausweichen. Es entstand eine Rangelei, dann ein ernsthafter Kampf und irgendwann fand sich der Bunte auf dem Boden wieder, seine Glieder waren schwer, die Erde um ihn herum rot gefärbt.

»Keiner entkommt mir!«

Nieves Stimme klang weit entfernt und irgendwie fremd. Nyokos Blick verschwamm und vor seinen Augen spielte sich noch einmal sein ganzes Leben ab. Die Höhle, seine Geschwister, das gemeinsame Aufwachsen und die Flucht vor Nieve. Die Suche nach dem Sinn des Lebens und wie er in dieses Rudel fand. Genau jetzt stoppte er und mit einem mal konnte er ein helles Licht in seinem sonst so schwarz grauen Leben entdecken. Die Zeit in diesem Rudel hatte ihn geprägt, hatte ihm ein Stück weit gezeigt, dass es noch andere Seiten des Lebens gibt, dass es auch für jemanden wie Nyoko einen Platz gab, an dem er irgendwie zuhause sein konnte. Ja, dieses Rudel hatte ihn in seiner dunklsten Zeit aufgefangen und unterstützt. Er dachte an Fenris und Kiba, mit denen er irgendwie eine stumme Bindung hatte, er dachte auch an die anderen Wölfe und an Alazan, den er wirklich lieb gewonnen hatte. So nah am Abgrund betrachtet war sein Leben in diesem Rudel toll gewesen, es war eine Heilung seiner Seelenqualen gewesen, ein kurzes Aufatmen und Nyoko konnte nicht leugnen, dass dieses Rudel seine Rettung gewesen war und er liebte jeden Einzelnen von ihnen. Der Rüde dankte Tala dafür, dass sie ihn aufgenommen hatte und langsam füllte sich sein Kopf mit Nebel und er versank in einen tiefen, niemals endenden Traum.

Nun würde er ein freier Wolf sein, er würde auf ewig mit den Sternen reisen. Nyoko atmete ein letztes mal aus, dann war er tot, von der Erde gegangen für immer.


[Nyoko I riecht Wolf I folgt diesem I Kampf I Nyoko verliert und stirbt I letzter Post]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 18.06.2016, 17:34

Fast unhörbar drangen die letzten Worte der Weißen zu ihm durch, während er sich bereits auf dem Weg zu Tala befand. Er hätte sie fast als Einbildung abgetan, die Vorstellung alleine schien ihm unwirklich, es passte einfach nicht zusammen. Warum sollte sie plötzlich? Sicher hatten sie sich gut verstanden aber, vielleicht erschreckt vom Auftauchen des Fremden, die Weiße hatte ihm doch unmissverständlich klar gemacht, dass er nach wie vor vorsichtig sein musste mit dem was er sich ihr gegenüber heraus nahm. Trotzdem ließen Trevir die Worte nicht mehr los, je öfter er sie in seinem Kopf wiederholte umso deutlicher klangen sie ihm wie ein Abschied, gar ein Lebe wohl.
Misstrauisch geworden wandte er nun doch den Kopf und blickte zurück zu der Stelle, an der er die Fähe zurück gelassen hatte. Alles was er sah war eine leere, weiße Fläche. Nur noch die Abdrücke, die sie im Schnee hinterlassen hatten erinnerten daran, dass es ihre Unterhaltung jemals gegeben hatte. Aber gerade diese beiden leeren, im Schnee zurück gelassenen Abbilder eines Wolfes ließen die Szene für ihn noch kälter, unfreundlicher erscheinen als ohnehin schon und obwohl sein Fell ihm bisher gute Dienste geleistet hatte in diesem Schneetreiben fühlte der Rüde plötzlich eine Kälte in sich aufsteigen, mit der die winterlichen Temperaturen nichts zu tun hatten. Zum zweiten Mal an diesem Tag dachte er an die Anfangszeit in diesem Rudel zurück, erinnerte sich an eine andere weiße Fähe mit der er zwei Tage lang in einer Höhle ausgeharrt hatte während sich um sie herum die Götter ausgetobt hatten und in ihrem unbändigem Übermut alles und jeden zu ersäufen drohten, ober so kam es ihm damals vor. Anders als Trevir hatte sie dem Rudel ziemlich schnell den Rücken gekehrt. Er war allein zurück geblieben, soweit man als Mitglied eines Rudels als "allein" gelten konnte, hatte sich der Gemeinschaft verpflichtet gefühlt die ihn ohne Bedenken aufgenommen hatte. Außerdem hatte er sich bei diesen Wölfen wohl gefühlt, sie waren was er gesucht hatte als er damals aus Daer Tawar aufgebrochen war. Wieso hätte er gehen sollen?
Aber jetzt...Bran war noch nicht wieder aufgetaucht und mit dem alten Zausel war auch verschwunden, was ihn in den vergangenen Wochen mit diesen Wölfen verbunden hatte. Sie hatten das Hundsblutrudel überlebt und was danach kam und sie würden wohl auch ohne ihn zurecht kommen - sie waren eine Familie deren Mitglied er gerne geworden wäre aber jetzt, in diesem Moment, wusste er ganz genau, dass er die weiße Fähe mit den zweifarbigen Augen nicht ziehen lassen konnte. Nicht alleine. Außerdem schien sich hier alles zum besseren zu wenden, er müsste sich nicht ewig vorwerfen die Wölfe im Stich gelassen zu haben für die er alles aufgegeben hätte wenn er sie jetzt verlassen würde.
Für einen kurzen Augenblick hatte Trevir die Ränder einer Maske erblickt hinter der sich eine Wölfin verbarg mit der er sich verbunden wähnte wie mit keinem der Wölfe die er hier zurück lassen würde. Sie faszinierte ihn, es nützte nichts das zu leugnen denn eigentlich hatte er seine Wahl schon getroffen wenn er ehrlich sein sollte, und vielleicht wäre er ja in der Lage ihr bei ihrer Suche zu helfen. Und wenn sie dann bereit wäre würde er sie hierher zurück bringen, eines Tages. Bis dahin wäre sicher auch sein alter Freund wieder aufgetaucht. Bran würde ihn bestimmt verstehen, sie waren beide von der geduldigen Sorte. Was waren schon ein zwei Jahre mehr oder weniger?
Entschlossen ließ Trevir den Blick ein letztes Mal über die versammelten Wölfe streifen, bevor er sich umdrehte und dem Schemen folgte, der noch vor kurzem eine weiße Wölfin gewesen war. Auf einem kleinen Hügel verharrte sie kurz und er schloss lautlos zu ihr auf bevor sie sich wieder in Bewegung setzte, denn wohin auch immer ihr Weg führen mochte, es wäre auch der seine.

[ Tevir | folgt Amalia ]
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Re: Kapitel V – Eiseskälte » 22.06.2016, 17:33

Noch immer stand Takenya an der Seite ihres besten Freundes im Schneesturm. Es war an der Zeit. Wofür? Es war an der Zeit aufzubrechen. Es war an der Zeit für ein neues Kapitel.
Takenya blickte kurz zurück und erkannte, wie zwei Gestalten im Schneesturm verschwanden. Fenris und Ayaka. Und die Schwarze kam nicht drum herum, eine Träne zu vergießen, immerhin war nun ein Freund, der sie lange begleitet hatte fort gegangen. Doch auch so wie der Baika in eine neue Zukunft mit Ayaka an seiner Seite blickte, so blickte auch Takenya wieder nach vorn. Einmal holte die Schwarze tief Luft, und blickte in den Himmel.

Ob du ihn mochtest oder nicht… Aber ich bitte dich inständig, auch über Fenris auf seinem weiteren Lebensweg zu wachen.

Sie war sich sicher, Kiba würde ihr diesen Gefallen tun und über jedes weitere Mitglied des Rudels wachen, dass seinen Weg außerhalb des Rudels fortsetzten würde. Noch einmal blickte sich Takenya um. Das Rudel – ihre Familie – sie wurde immer kleiner und sie erkannte, wie die Wölfe, die sich hier versammelt hatten, nach und nach zu Gestalten und dann zu Schatten im Schneesturm wurden. Fenris. Ayaka. Amalia. Nyoko. Trevir. Mit ihnen hatte Taka den Lebensweg beschritten, und nun waren sie fort. Noch einmal hob Takenya ihren Kopf und blickte in den verschneiten Himmel.

»Bring sie zurück, wenn sie sich entscheiden, zurück zum Rudel zu kommen… Bruderherz.«

Flüsterte sie leise, ehe sie ihren Blick abwandte und Alazan erkannte. Die Schwarze begann zu lächeln. Ob er um ihr (süßes) Geheimnis wusste? Takenya blickte einmal an ihre Seite, auf ihren Bauch.
Die schwarze Fähe wirkte dicker als alle anderem Fähen des Rudels. Hatte sie etwa heimlich Beute gemacht und gebunkert? Nein… Sie musste zwar mehr fressen wie die anderen, aber immerhin fraß sie auch für mehrere Wölfe. Ja. Takenya war trächtig.
Die Schwarze war noch jung, und doch trug sie schon so viel Verantwortung in sich. Die Welpen würden ein neues Kapitel im Leben der Wölfe des silbernen Eises schreiben. Takenya´s Blick schwenkte einmal zwischen Alazan, Sakim und Tala hin und her, ehe sie in die Mitte des verbliebenen Rudels trat.

»Amarun… Ich möchte deine Zustimmung für das Leben meiner Welpen einholen.«

Es klang sehr geschwollen, aber Takenya wollte nicht denselben Fehler wie ihre Eltern machen und ohne das Wissen der Amarun ihre Welpen bekommen.
»Ich bin trächtig« , sprach sie lauter, dass es alle Verbliebenen hören konnten »Alazan ist der Vater. Somit sind es deine Enkel.«

[Takenya | beim Rudel | sieht dass die Wege sich trennen | spricht zu Kiba | erzählt das sie trächtig ist]
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